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Ein strahlen blauer Himmel, und alles war friedlich. So mochte Shine es. Die arme hinterm Kopf verschränkt lag sie in einer Wiese in der Welt der Menschen. Sie war manchmal eben doch ziemlich faul. Auch wenn es bestimmt genügend zu tun gegeben hätte. Sie seuftze kurz. Ihre menschliche Gestalt verriet ihr wahres Dasein nicht. Es gab kein Zeichen dafür dass sie ein Erzengel war. Doch ihr Kreuz mit dem hellblauen Stein hing an ihrem Gürtel. Aber das war ja nicht wichtig. Kleine Kinder rannten an ihr vorbei. "Insekten" kam es kurz von ihr. Kinder mochte sie nicht wirklich. Das ewige Gebrüll und Geheule, das war das was sie so sehr nervte. Sie spürte wie Blicke auf ihr ruhten. Langsam setzte sie sich auf. Eine Reaktion kam von Shine nicht als sie etwas im Gebüsch rascheln hörte. Insinktiv war klar dass es ein Kind sein musste. Einen Moment versinkte sie in Gedanken. Und da war es auch schon passiert. Gerade jetzt, in dieser herrlichen Sommerzeit, bekam sie einen Wasserbombe an den Hinterkopf. "HEY!" mit diesen Worten drehte sie sich um. Innerlich kochte sie vor Wut. Mit sicherem Schritt und einem Ausdruck in den Augen ging sie auf das Gestrüpp und der Person die da drin saß, zu. Rasch ließ ging sie in die Hocke und griff in das Gebüsch. Wie sie es sich gedacht hatte, ein Kind. Am Kragen schleifte Shine es weiter. "macht wohl sehr viel Spaß oder?" Wenn Blicke töten könnten, wäre der Kleine schon verwest. "du.. du kannst mich sehen?!" der kleine Junge, vielleicht 8 Jahre alt, saß vor ihr. "Wieso auch nicht?" Wütend und die Arme verschränkt stand sie da, und ihr Blick wich nicht von ihm. "Weil.. " er verstummte. "Weil???" hackte sie mit erzürnter Stimme nach. "ich bin ein Geist... ich lebe nicht mehr..." "hm.." Shine setzte sich vor ihn und beäugte ihn genau. Plötzlic
h fuhr sie mit der Hand aus und packte ihm am Kragen. "und wenn schon! Das heißt noch lange nicht dass du andere mit Wasserbomben abschießen darfst!" "Das wundert dich gar nicht?" "Warum sollte es?" Sie schupste ihn leicht zurück. "Ich bin an einiges gewöhnt. Engel, Dämonen, Geister und noch so anderes ... " "Ich weiß! Du bist ein Dämon! Warte komm nur her!!" Er sprang auf und versuchte ein paar Karateschläge und Tritte aber dass sah nur allzu lächerlich aus. Shine lachte sich halb tot und hatte bereits Tränen in den Augen. Ein kleiner Lichtstrahl fiel auf das Kreuz und blendete den Jungen. "ah!" Fragend sah sie ihn an. Shine bemerkte das geschehene und lächelte, und stand auf. Der kleine sah sie wieder an. "Möchtest du nicht auch in den Himmel, oder willst du für immer hier bleiben?" "Das geht dich nichts an!" er schrie fast, mit Tränen in den Augen. Anscheinend hatte er mit so etwas nicht gerechnet. "na was ist?" "Ich komme sowieso nicht in den Himmel! Es gibt keinen Himmel und auch keinen Gott!" Im ersten Moment wäre sie am liebsten ausgerastet aber sie ging langsam auf ihn zu. "Doch es gibt ihn ... und er kann dich nicht hassen, weil er weiß warum du hier bist." Fragend sah er sie an. "Komm kleiner, du kannst nicht jetzt nicht hier bleiben, aber vielleicht kommst hierhin zurück." Er ergriff ihre Hand, welche sie schon längst ihm hingestreckt hatte.

 
engel:
"Bist du wirlich ein Engel?!"
"Warum sollte ich lügen?"

"Weil Gott uns allein gelassen hat"
"Nein.. das stimmt nicht.. er ist immer um uns. Er achtet auf uns, wir sind schließlich seine Kinder"

"Und deswegen erfahren wir soviel Leid und Schmerz?"
"Jeder ist für sein eigenes Schicksal verantwortlich. Ihr selbst müsst wählen ob ihr euren, oder seinen Weg gehen wollt. Er zwingt euch zu nichts"

"Sei still!"
"Warum willst du es nicht hören? Ist die Wahrheit so schwer zu ertragen?"
"Du hast doch keine Ahnung!"
"Ja?! Glaubst du das wirklich? Auch ich habe schon viel Schmerz ertragen müssen. Dennoch.. ich halte an meiner Entscheidung fest! Ich kämpfe!"
"Wofür soll ich denn noch kämpfen?"

"Für dich"
"Für mich?"
"Für deine Seele, dein Herz, allem was dir lieb ist und zu dir gehört. Betrüge dich niemals selbst."

"Was weißt du denn schon?! Du bist ein Engel!"
"Glaubst du etwa das Engel keine Gefühle hegen? Wir fühlen alles. Hass, Liebe, Trauer, Glück und Hoffnung. Jedes einzelne Gefühl ist auch in unserem Herzen."
"Du hast mir gesagt du wärst der Engel des Schicksals.. aber wenn du wirklich diese Gefühle hast.. warum ..warum müssen wir dann leiden? Wenn du uns doch den Weg weist, und dennoch selbst weißt wie weh es tut?"

"Jeder ist für sein eigenes Schicksal verantwortlich."
"Soll das heißen ich bin selbst schuld daran dass mir Schlechtes widerfährt?"
"Man kann nicht nur im Glück leben. Es muss auch schlechte Zeiten geben, sonst würde man doch nicht wissen was wirklich schön und ist. Dann könnte man Schwarz von Weiß nicht unterscheiden, du würdest nicht wissen warum du dich jetzt beklagst, denn du würdest es nicht anders kennen wenn es nur schlechtes oder gutes gibt."

"Ich .. ich glaube ich fange an dich zu verstehen"
"Sei bitte nicht mehr so zweifelnd. So tust damit nur dir selbst weh. Vertraue auf dich und deine eigene Kraft. Wenn du willst kannst du alles erreichen. Denn nichts ist unmöglich."

"... ja ... "

"Und wenn du dich das nächste mal deinem Schicksal widersetzt solltest du es mit einem Lächeln tun. Ich möchte das du lebst.

 
Es ist ein komisches Gefühl hier zu sein. Viele sind schon viel viel länger Erzengel als ich. Daneben kommt man sich manchmal richtig klein vor. Aber niemand frägt "Was hast du getan?" oder "Hast du es nur getan weil du Erzengel werden wolltest?" Nein. Solche komischen Fragen bekomme ich hier nie gestellt. Es scheint einfach so zu sein wie es ist. Die Anderen sind sehr nett und helfen mir oft. Besonderes weil ich mich manchmal nicht so gut zurechtfinde. Aber vieles ist anders geworden. Meine Aufgabe ist noch schwerer zu erfüllen. Mehr und mehr. Trotzdem halte ich durch. Dafür habe ich aber auch schon öfter mit Gott selbst Kontakt gehabt. Das ist mir früher nur sehr selten passiert. Aber es ist schön Gott von Zeit zu Zeit sehen zu können. Auch wenn ich irgendwie unfair den Engeln gegenüber finde. Es irgendwie schade dass die Welt der Engel in 'Ranglisten' aufgeteilt ist. Ein Engel ist doch nicht weniger wert als ein Erzengel oder ein Fürst! So sehe ich es zumindest. Leider sehen dass viele nicht so. Eine der Fürsten schaut irgendwie immer so von oben auf mich herab - kommt mir zumindest so vor. Aber was soll's. Ich sehe dass nicht so eng, auch wenn ich ihr manchmal am liebsten an die Kehle springen würde. *hihi* Früher hat man mich sehr auf meine Fehler hingewiesen, was hier ja nicht anders ist, aber hier sagen sie es in einem ruhigeren Ton. Auch wenn dafür die bereits fertige Arbeit von manchen heftig kritisiert wird. Es gibt von manchen viel Eifersucht auf andere. Aber solange man seine 'Arbeit' gerne macht, ist es doch egal, was die anderen davon denken, halten und sagen. Ich mag es hier zu sein. Vielleicht sehe ich meine Freunde nicht mehr so viel. Aber ich bin gerne hier. Im Großen und Ganzen sind alle ganz nett!

  Von Klea  Von Klea
Shine schlief gerade friedlich als sie einen komischen Traum hatte: Ein kleines blondes Mädchen spielte gerade mit seinem Ball. Ihr fiel der Ball auf die Strasse und wollte ihn holen. Sie stand schon mitten auf der Strasse als ein Laster mit voller Geschwindigkeit vor ihr auftauchte. Dann wurde alles schwarz..
Shine wachte schweissgebadet auf.
Sie rieb sich die Augen und guckte sich in ihrem Zimmer um.
Alles war still, nur der wind liess die Vorhänge vom Fenster aufflattern. Sie stand auf, zog sich an und ging schnurstrags zu Gott. ,,Was liegt dir auf dem Herzen, Shine?\" fragte Gott.
,,Ich hatte einen seltsamen Traum, da war ein Mädchen...\"
,,Ich weiss, ich weiss..\" sagte Gott. ,,Und du willst nun verhindern das dies geschieht, hab ich recht?\"
,,Ja, bitte.. Ist es mir gestattet?\" fragte Shine.
,,Ja, aber du musst dich beeilen, in ein paar minuten wird es so weit sein.\" sprach Gott, und verschwand wieder in einem grellen Licht.
Shine drehte sich um und ging nach draussen, wo sie gegen Erde flog. Dort angekommen sah sie das Mädchen, auf der Strasse..und der Lastwagen war nicht weit entfernt, er würde sie gleich erfassen. Da flog Shine so schnell sie konnte zu dem Mädchen und konnte sie gerade noch vor dem Laster retten. Dann verschwand Shine wieder, und das Mädchen guckte nur verduzt, und hohlte sich die überreste ihres Balles, der nun völlig zerquetscht war. glücklich flog Shine wieder in den Himmel.