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 Gottes Macht
 Abgemaltes Bild
 Im Wald

  Engel der Liebe  Engel der Liebe
Die Liebe sah ich in vielen Gestalten
Doch lernte selbst nicht sie zu erhalten
Ich schenkte sie den Menschen
Damit sie glücklich sind
Ich selbst blieb auf der Strecke liegen
Kenne keine Liebe doch kann dafür fliegen
Die Menschen sind dankbar für meine Dienste
Und die Hilfe die ich ihnen war
Ein Lächeln von ihnen bringt mein Herz zum springen
Wenn sie Danke sagen
Kann ich neues wagen


  Heldentat  Heldentat
IMG
Es schien ein so einfacher Kampf, doch das war es nicht.
Sie kamen nicht alleine. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Plötzlich waren mehr von ihnen da - viel mehr.
Sie – Menschen.
Sie waren hinter uns her, schon die ganze Zeit über. Seitdem sie von unserer Existenz erfahren hatten jagten sie uns egal wo wir hingingen. Ständig waren sie hinter uns her und versuchten uns zu fangen um uns in Käfige zu stecken. Sie wollten Experimente mit uns durchführen – uns behandeln als wären wir Tiere.
Doch das sind wir nicht. Wir sind viel mehr als das – wir sind mehr als Menschen. Wir sind Engel und ich . . . ich bin einer der letzten.
Ich hatte zusammen mit ein paar Freunden beschlossen auf die Erde zu gehen um alles zu erkunden. Ich war neugierig und sie auch. Wieso auch nicht? Von unserem Platz im Himmel konnten wir jeden Tag auf die Menschenwelt hinunterblicken und wir wollten das halt alles Mal aus der Nähe sehen. Nachts hatten wir uns hinunter geschlichen und normalerweise wären wir bei Sonnenaufgang schon längst wieder weg gewesen doch natürlich hat uns jemand gesehen.
Wir hatten versucht zu fliehen doch es kamen immer mehr Menschen und es schien fast so als hätten sie nur auf uns gewartet um uns fangen zu können.
Wir rannten, flogen und versteckten uns und nach einiger Zeit gaben es die Menschen auf uns zu suchen. Wir beschlossen zurückzukehren, suchten uns einen geeigneten Platz an dem wir wieder zurück in den Himmel fliegen könnten und breiteten unsere Flügel aus. Doch wenige Minuten bevor wir das alles hinter uns lassen wollten tauchte ein Mensch auf den wir vorher noch nie gesehen hatten. Er trug eine seltsame Uniform und hatte ein Gewehr über seine Schulter geschwungen. Als er uns sah richtete er das Gewehr sofort auf uns und begann zu schießen. Meine Freunde und ich versuchten im auszuweichen doch einer von ihnen wurde am Flügel getroffen.
Ich wurde wütend, drehte mich zu dem Mann und flog auf ihn zu. Ich sprang auf ihn und schubste ihn mit meinem eigenen Körpergewicht in einen Baum so dass er bewusstlos wurde.
Ich blickte auf ihn herab: ich wollte ihn nicht verletzen und ich war mir auch sicher das ich das nicht hatte. Ich hatte nur meine Freunde verteidigt und uns so den Weg frei geräumt wieder nach Hause zu kehren.
Wir stellten uns auf und stützten unseren Freund der verletzt wurde. Es würde schwierig werden den anderen Engel zu erklären was passiert war, doch sie würden auch glücklich sein weil niemand ernsthaft zu Schaden gekommen war.
Ein letztes Mal drehte ich mich um bevor wir alle unsere Flügel erneut ausbreiteten und schlugen sie auf und nieder. Ich sah zu wie die Erde langsam kleiner wurde und dann endgültig hinter den Wolken verschwand. Ich blickte auf zum Himmel. Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen – ich hatte es geschafft meine Freunde zu retten – jetzt musste ich mich nur noch unseren Freunden im Himmel stellen und ihnen eine Erklärung geben, doch das würde wesentlich leichter werden als das Leben auf der Erde.


  Luzifer  Luzifer
Einst saß ich Seit bei Seit
Mit den Engeln dieser Welt
Auf einem goldenen Thron
Hoch oben im blauen Himmelzelt

Wir waren frei
Erfüllten unsere Pflichten
Wir waren froh
Wollten jedoch auf nichts verzichten

Doch ich wollte mehr
Und stürzte hinab
Vom Himmel fiel ich in das Meer
Und brannte meinen Weg tief in die Erde

Ich gab nicht auf und kam zurück
Kämpfte für mein Recht
Es war zu schwer
Und ich verlor

Als Strafe ich in der Hölle schmor


  Begegnung mit einem Engel  Begegnung mit einem Engel
Es war mein 16. Geburtstag und ich hatte gerade die Gäste verabschiedet. Nun saß ich vor meinem Fenster und blickte hinauf in den Sternenklaren Himmel. Mein Blick schweifte über die nahe gelegenen Häuserdächer, die alte Steinkirche und schließlich den Friedhof den man von meinem Fenster überblicken konnte.
Ich wollte mich gerade wieder davon abwenden als ich eine schwarze Gestalt über den Friedhof rennen sah.
Für einen Moment dachte ich, ich hätte mir das nur eingebildet, doch als ich noch einmal hinsah entdeckte ich die Gestalt abermals. Dieses Mal stand sie still und fast wirkte es als ob sie mich sehen würde – egal was es war ich hatte das Gefühl als wollte es das ich es sehe.
Es dauerte nur wenige Minuten und ich kletterte aus meinem Fenster. Ich rannte zum Friedhofstor, das zu meiner Verwunderung noch offen stand, und betrat den Friedhof.
Wenige Minuten später gab ich es auf nach der Gestalt die ich gesehen hatte zu suchen. Ich begab mich langsam wieder zum Ausgang des Friedhofes doch dann sah ich wieder diesen Schatten und dieses Mal war er ziemlich nah bei mir. Ich ging auf die Gestalt zu doch diese drehte sich einfach weg und ging langsam davon.
In diesem Moment bemerkte ich etwas Seltsames: die Gestalt schien Flügel zu haben. „Flügel?“ Dachte ich. „Was ist das nur?“ Die Gestalt bewegte sich immer weiter von mir weg doch ich wollte wissen was es war und lief ihr nach.
Gerade als sie um eine Ecke lief griff ich einen Arm. Ich hörte etwas seltsames, es war fast als ob sich die Gestalt erschreckte das ich sie angefasst hatte. Sofort bereute ich es und ließ den Arm los. Die Gestalt drehte sich um und sah mich mit weit aufgerissenen Augen an und auch ich starte sie an.
Als ich genauer hinsah bemerkte ich dass es ein Junge war. Er wirkte als ob er gerade einmal 20 war. Seine schwarzen langen Haare waren zu einem Zopf zusammengebunden und passten überhaupt nicht zu den weißen Flügeln.
„Weiße Flügel?“ Meine Gedanken kreisten darum warum dieser Kerl Flügel hatte als er anfing mit mir zu sprechen.
„Du . . . du kannst mich sehen?“ Ich nickte denn ich wusste nicht was ich sagen sollte. „Wieso?“ Fragte er plötzlich.
Ich zog eine Augenbraue hoch. Woher sollte ich das denn wissen? Ich zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht.“ Antwortete ich mit leiser Stimme. „Was . . . bist du eigentlich?“
Für einen Moment schien es als würde er nachdenken was er antworten sollte. Er schien ein wenig zu zögern ehe er mir eine Antwort gab die ich eigentlich nicht erwartet hatte. „Ich bin ein Engel.“ Sagte er.
„Aber . . .“
Er unterbrach mich. „Es gibt Engel, sonst würdest du mich nicht hier stehen sehen. Wobei, eigentlich dürftest du mich gar nicht sehen.“ Er tippte mit seinem Zeigefinger gegen seine Unterlippe. „Normalerweise müsste ich jetzt ein wenig in deinem Gedächtnis aufräumen damit du das hier vergisst.“
„Denkst du etwa ich erzähl dass jetzt jedem den ich kenne?“ Fragte ich empört. „Außerdem glaubt mir das ja sowieso niemand also behalte ich das lieber für mich!“ Wütend verschränkte ich die Arme vor meiner Brust und stampfte davon. Plötzlich tauchte der junge wieder vor mir auf. Ich sah ihn an: seine Flügel waren weg. „Wo?“
„Ich kann sie verschwinden lassen . . . sozusagen.“ Argwöhnisch blickte ich ihn an. „Hey, das mit eben tut mir leid. Es ist nur das mich noch nie jemand gesehen hat und wir Engel müssen halt aufpassen wer uns sieht und so.“ Für einen kurzen Moment konnte ich ihn verstehen. Ich nickte und er lächelte. „Ich bin übrigens Reyals.“ Sagte er.
„Ich bin Raven.“ Antwortete ich.
Reyals setzte sich auf eine Bank und deutete dann auf den Platz neben sich. Ich setzte mich zu ihm und ohne dass ich ihn etwas fragte fing er an von seinem Leben als Engel zu erzählen. Ich hörte ihm gespannt zu und vergaß dabei die Zeit. Erst als die Sonne langsam aufging merkte ich wie spät bzw. früh es war.
„Verdammt!“
„Was ist?“ Fragte Reyals.
„Es ist schon so spät geworden. Ich muss schon fast wieder zur Schule!“ Ich drehte mich zu ihm um. „Es tut mir leid aber ich muss gehen.“ Ich rannte zum Friedhofstor und öffnete es. Bevor ich jedoch nach Hause ging drehte ich mich noch einmal um. Ich winkte Reyals zu und er lächelte zurück. Dann verschwand er und ich machte mich auf den Rückweg. Während des gesamten nach hause Weges und auch noch dort musste ich über meine Begegnung mit Reyals nachdenken. Ich hatte nie gedacht dass es Engel wirklich gibt und dann begegnete ich auch noch einem, und das schlimmste daran war das ich niemandem davon erzählen konnte, doch ich wusste das mir nicht so schwer fallen würde. Ich würde es schaffen, sagte ich mir immer wieder ehe ich mich schlafen legte. Es war mir klar dass ich Reyals noch öfter sehen würde, aber die erste Begegnung mit ihm war die wichtigste die ich je hatte.


  Parabel des Elements  Parabel des Elements
Karen blickte durch ihr Fenster raus zum Hof. Es war dunkel – fast gespenstisch.
Sie und ihre Familie lebten sehr weit außerhalb der Stadt und in der Nähe gab es kaum andere Häuser und wenn doch, dann erreichte man sie meistens nur mit dem Auto oder dem Fahrrad.
Ihre Freunde lebten alle in der Stadt und die war mehrere Kilometer entfernt.
Und genau dort waren jetzt ihre Eltern: sie waren auf einem Geschäftsessen ihres Vaters und würden nicht vor Mitternacht zurück sein. Jetzt war es gerade einmal 21 Uhr.
Karen drehte sich um und blickte durch den großen Bogen der vom Wohnzimmer aus in die Diele führte. Dort sah sie, im Schlafanzug und mit einem Teddybär in der linken Hand, ihren kleinen Bruder stehen. Er war gerade einmal 11, also knapp 4 Jahre jünger als sie.
„Solltest du nicht im Bett sein?“ Fragte sie und bewegte sich langsam auf ihn zu.
Brian nickte kaum merklich, verharrte aber trotzdem auf dem Fleck.
„Wieso bist du es dann nicht?
Er drückte den Teddy an sich heran und zuckte mit den Schultern. „Weiß nicht – du bist doch auch nicht im Bett.“
„Ich bin aber auch älter als du. Außerdem kann ich nicht schlafen wenn Mum und Dad nicht da sind.“ Den letzten Satz flüsterte sie so leise dass Brian ihn kaum verstand.
Er machte einen Schritt auf seine Schwester zu. „Ich kann auch nicht schlafen wenn sie nicht da sind. Ich hab Angst . . . weil wir alleine sind weißt du? Ich bin nicht gern allein.“
„Aber ich bin doch da.“ Bemerkte Karen.
„Ja, aber du . . . du bist hier unten und ich . . . ich bin oben in meinem Zimmer.“ Er senkte seinen Kopf. „Ich will da oben nicht alleine sein. Es ist so still – wenn Mum und Dad hier sind dann kann ich sie hören . . . wie sie reden und lachen. Jetzt wo sie nicht da sind . . . da ist es nicht so wie sonst. Es ist so still.“
„Es wird öfter still sein.“
„Wieso?“ Fragte Brian.
„Dad wird bestimmt öfter zu einem Fest oder einem Geschäftsessen eingeladen – und er wird Mum mitnehmen. Dann sind wir wieder hier alleine bis sie kommen.“ Antwortete Karen. Brian fing an unruhig hin und her zu schaukeln. Sie kniete sich vor ihn, so dass sie ihn direkt ins Gesicht schauen konnte und berührte leicht seine Hand. „Aber du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Auch wenn dir das hier gespenstisch vorkommt und du Angst hast weil es so ruhig ist ohne sie . . . ich bin ja da – du bist also nicht alleine . . . wir haben immer noch uns und ich geh ganz bestimmt niemals auf irgendein Geschäftsessen und lass dich alleine.“
„Wirklich nicht?“ Wollte Brian wissen.
Karen konnte sehen dass er ein wenig erleichtert war. „Wirklich nicht.“ Versicherte sie ihm. Sie stand wieder auf. „Was hältst du davon wenn wir uns einen Film anschauen damit du auf andere Gedanken kommst und dann gehen wir zusammen auf dein Zimmer und ich bleib so lange da bis Mum und Dad zurück sind.“
„Machst du das wirklich? Das du da bleibst?“
Karen nickte. „Ja . . . schließlich will ich auch nicht alleine sein.“
Brian lächelte. „Aber du bist doch nicht alleine . . . du hast ja mich . . . und ich hab dich!“
„Stimmt.“ Sagte sie und nahm seine Hand.


  Krieg der Engel  Krieg der Engel
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Einst brach aus ein Krieg
Hoch oben dort am Himmelszelt
Solange bis zum Sieg
Der rettet oder zerstört die ganze Welt

Luzifer wollte wieder zurück
Auf seinen Thron dort oben
Doch leider hatte er nicht viel Glück
Und fing an zu toben

Michael und seine Engel
Kämpfen lang und hart
Am Himmel da herrscht dichtes Gedränge
Bis plötzlich keiner mehr da wart

Luzifer hat es nicht geschafft
Michael verbannte ihn
Ein letztes Mal noch aufgerafft
Blickte er gen Himmel

Einen Thron den hat er nun
Wenn auch nicht im Himmel
Bestraft wurde er für sein Tun
Nun nennt er die Hölle sein zu Haus


  Freundschaft mit einem Engel  Freundschaft mit einem Engel
Das Geisterschloss

Irgendwie war mir von vornherein klar das der Wochenendausflug irgendwo in ein Schloss mitten im Nirgendwo total in die Hose gehen würde – nicht das ich mich darauf gefreut hätte. Um ehrlich zu sein wollte ich nicht mal dorthin fahren aber da natürlich ein paar Leute auf die Idee gekommen waren ein Wochenende woanders zu verbringen und ich mich dazu breitschlagen lassen hab, beschloss ich mitzufahren.
Alleine die Fahrt war schon langweilig genug und als wir endlich an unserem Ziel ankamen war ich erleichtert wieder ein wenig Abstand zu haben. Jedenfalls so lange bis uns gesagt wurde dass wir uns zu zweit die Zimmer teilen müssten.
„Na toll.“ Dachte ich. Bei meinem Glück krieg ich jemanden aufs Zimmer mit dem ich mich am Ende nur streite – doch es kam alles anders.
Ich hatte mir ein Zimmer ausgesucht und wartete ob jemand kommen würde und tatsächlich; nachdem ich zehn Minuten in dem Zimmer verbracht und mich dort umgeschaut hatte, klopfte es an der Tür.
„Herein.“
Die Tür ging auf und ich sah einen roten Haarschopf durch den Türspalt schauen. Ein Paar große Augen trafen auf meine, die ebenso groß waren vor Erstaunen. „Kann ich dir helfen?“ Fragte ich.
„Ich denke schon. Ist das andere Bett noch frei oder hast du schon einen Mitbewohner?“ „Sicher. Mach es dir bequem und langweile dich zu Tode in dem tollen Schloss.“
„Vielleicht wird es ja gar nicht so schlimm - ich bin übrigens Scarlett.“ Sagte das Mädchen.
„Ich bin Raven. Freut mich dich kennen zu lernen.“
„Seltsam das wir uns noch nie begegnet sind.“ Sagte Scarlett, ein wenig in Gedanken versunken.
Ich nickte lächelnd. „Die Schule ist eben groß – da trifft man jeden Tag neue Leute die eigentlich schon seit Jahren da sind.“
„Stimmt auch wieder.“
Ich ließ mich auf das Bett fallen und dachte darüber nach warum ich hier war. Ich wollte Ruhe habe, ein bisschen entspannen und dann stellte sich heraus das die halbe Schule hierher fuhr. Scarlett schien nett zu sein und wenn alles gut laufen würde, dann könnte das Wochenende vielleicht doch ganz lustig werden – das heißt wenn man das Schloss vergessen würde in dem wir hier mehr oder weniger festsaßen. Das Schloss wirkte von außen so als ob jahrelang nichts mehr daran gemacht wurde. Von innen wirkte es zwar ordentlicher aber es hatte etwas Seltsames an sich. Was wusste ich auch nicht aber es gefiel mir nicht so wirklich.
„Alles klar mit dir?“
Ich drehte mich um. Scarlett war grad dabei ein paar Sachen auszupacken. Ich schüttelte den Kopf.
„Ist schon okay. Ich bin nur am nachdenken.“
„Worüber?“
Schulterzucken. „Irgendwie find ich das Schloss seltsam. Ich weiß auch nicht warum.“
„Denkst du etwa wenn wir heute Nacht schlafen wird hier alles lebendig und die Geister kommen aus ihren Ecken gekrochen?“ Auch wenn sie nicht lachte wusste ich dass sie es fast getan hätte. Aber mir ging es genauso – so etwas wie Geister und Spuckschlösser gab es ja schließlich nicht.

~*~*~

Mitten in der Nacht wachte ich auf. Ich hatte etwas gehört – was wusste ich nicht.
Eine kalte Hand packte meinen Arm. Ich erschrak, drehte mich zur Seite und sah Scarlett die aufrecht in ihrem Bett saß.
„Hast du das auch gehört?“ Fragte sie.
Ich nickte. „Was denkst du war das?“
„Vielleicht spielen die anderen uns einen Streich oder sie versuchen es bei jemand anderem.“
Ich machte ein kleines Licht auf dem Nachtschrank an und drehte den Wecker den ich eingepackt hatte so das ich die Uhrzeit lesen konnte.
„Mhm, das ist komisch.“
„Was denn?“
Ich drehte den Wecker zu Scarlett. „Es ist Eine Minute nach Mitternacht.“
Scarlett grinste. „Sag nicht du glaubst doch an Geister.“
Ich schüttelte den Kopf. „Eigentlich nicht – aber du musst zugeben dass das schon ein komischer Zufall ist . . . das heißt falls das überhaupt ein Zufall ist.“
Plötzlich hörten wir beide ein kratzen an der Tür.
Wir sahen uns an, dann stand Scarlett auf und ging zur Tür. Sie lauschte doch es schien still auf dem Flur zu sein denn sie zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf.
Ich stand auf und ging zu ihr.
„Sollen wir es riskieren?“
Sie nickte und öffnete die Tür. Gleichzeitig steckten wir unsere Köpfe hinaus auf den Flur und sahen in jede Richtung. Zu unserem Bedauern war es allerdings nicht sehr hell und wir konnten kaum was erkennen.
Scarlett ging zurück ins Zimmer, griff einen Kerzenleuchter der auf einem Tisch stand und zündete die vier Kerzen daran an. Als sie zurück kam gingen wir beide ein paar Schritte auf den Flur hinaus.
„Wo lang sollen wir?“ Fragte ich.
Eine Tür fiel zu.
„Ich denke wir sollten da lang.“ Antwortete sie und zeigte den linken Gang hinunter.
„Oh ja, sicher. Wir laufen dem Türknallen hinterher. Ich würde lieber weg von den Geräuschen laufen.“ Sagte ich. Langsam wurde ich nervös – das konnte ich nicht leugnen, allerdings ging es mir genauso wie Scarlett: wir waren beide neugierig und wollten wissen wer uns diesen Streich spielte.
Ein bisschen widerwillig stimmte ich ihr zu und wir beide gingen langsam den Gang hinunter, genau in die Richtung wo das Geräusch herkam.
Irgendwann kamen wir in einem großen Speisesaal an. Es war derselbe in dem wir alle zu Abend gegessen hatten. An der Südwand hing ein großes Portrait von einem Mann – wer er war wussten wir nicht. Wahrscheinlich hatte er das Schloss gebaut oder er hatte zumindest hier gelebt. Ich fand einen weiteren Kerzenständer und mit Hilfe der Kerzen die Scarlett hatte zündete ich sie an. Wir sahen uns beide in dem Saal um bis Scarlett mich rief.
Ich ging zu ihr. Sie stand vor dem Portrait und starrte es an.
„Was ist denn? Hast du was entdeckt?“ Fragte ich.
„Kann schon sein.“ Sie zeigte auf das Portrait. „Fühlst du dich beobachtet?“
Ich sah auf das Gemälde. Tatsächlich schien es so als ob die Augen geradewegs auf uns gerichtet waren. Sie starrten auf uns herab und bei dem Gedanken das hier etwas nicht stimmte wurde mir ziemlich unwohl.
„Was hältst du davon wenn wir verschwinden?“
„So einiges.“
Wir bewegten uns weg von dem Bild, allerdings rückwärts so dass wir immer noch sehen konnten was mit dem Bild war. Wir hatten gerade den Ausgang vom Speisesaal erreicht und atmeten erleichtert durch als wir beide feststellen mussten das sich die Augen langsam nach oben bewegten so das wir wieder im „Blickfeld“ waren.
Für einen kurzen Moment starrten wir uns an. Dann beschlossen wir schnellst möglich abzuhauen. Wir rannten zurück zu unserem Zimmer, doch als wir dort ankamen war die Tür zu.
„Hast du die Tür zugemacht?“ Fragte Scarlett.
Ich schüttelte den Kopf. „Nein – und du?“
„Auch nicht.“
Ich griff mir eine kleine Statue die auf dem Flur stand, nickte Scarlett zu und sie öffnete die Tür. Wir blickten in das dunkle und leere Zimmer. Nichts war da und wenn doch, dann konnten wir es nicht sehen und um ehrlich zu sein wollte ich nicht mal wissen ob da etwas war und Scarlett wahrscheinlich auch nicht.
Wir gingen in das Zimmer, schlossen die Tür, machten eine kleine Lampe an und legten uns in unsere Betten. Ich dachte darüber nach was im Speisesaal passiert war oder auch nicht.
„Glaubst du hier spuckt es?“
Ich drehte mich zu Scarlett. „Eigentlich glaub ich nicht an so was aber nachdem was heute passiert ist . . . Ich weiß nicht was ich noch glauben soll. Vielleicht hast du Recht und die anderen spielen uns wirklich nur einen Streich.“
„Das würde ich nicht glauben.“
Scarlett und ich sahen uns im Raum um.
„Hast du das gehört?“
„Allerdings.“
„Wer ist da?“
„Ich.“
Wir sahen zum Fenster das plötzlich aufging. Ohne weiter darüber nachzudenken rannten wir zur Tür. Doch die klemmte und ging nicht auf. Ein Schatten kam durch das Fenster ins Zimmer gekrochen und nahm schon bald menschliche Gestalt an. Ich drehte mich kurz um, um diese Gestalt anzusehen während Scarlett noch immer versuchte die Tür aufzukriegen.
„Hilf mir mal!“
„Bin schon dabei!“
Wir drückten und rüttelten beide an der Tür bis sie aufging und wir hinaus auf den Flur rannten. Wir rannten durch das gesamte Schloss auf der Suche nach jemand der uns helfen könnte. Die Zimmer in denen wir und die anderen schliefen waren weit auseinander und wir wussten auch nicht wer wo schlief was ein ziemliches Problem darstellte.
Irgendwann bemerkten wir dass wir immer im Kreis liefen.
„Wo sollen wir lang?“ Fragte Scarlett außer Atem.
„Weiß nicht.“ Sagte ich und sah mich um. Wir standen in der Eingangshalle von der aus zwei Treppen in die oberen Etagen führten und mehrere Gänge in andere Teile des Schlosses abzweigten von denen wir nicht wussten wo sie hinführten. Ich versuchte meinen Atem wieder einigermaßen in den Griff zu kriegen als die Schattengestalt auf der Treppe vor uns auftauchte und diese nun langsam hinunter schritt. Scarlett griff meinen Arm und zerrte mich einen eher wenig beleuchteten Gang hinunter während ich nur auf die Gestalt starrte.
„Wir sollten hier echt weg!“ Gab Scarlett zu bedenken.
Nach kurzer Zeit hielt sie an. Ich drehte mich zu ihr und bemerkte dass wir gerade auf dem besten Weg in den Keller von dem Schloss waren.
Ich hob eine Augenbraue an als ich die Steintreppen hinunter sah die ins Nichts zu führen zu schienen. „Ja, weißt du . . . Ich fände das auch toll aber so wie es aussieht gelangen wir nur immer tiefer in das Schloss.“
„Vielleicht sind wir da unten sicher.“ Scarlett zuckte mit den Schultern.
„Bist du dir da sicher?“
„Nö.“ Abermals packte sie mich und wir rannten zusammen in die Dunkelheit.
Irgendwann kamen wir am Ende der Treppen an und wieder gab es drei Gänge die in unterschiedliche Bereiche des Kellers führten. Wir entschieden uns für den rechten Gang der uns nach einigen Metern in den Kerker führte.
„Na toll. Jetzt können wir uns direkt einsperren und auf dieses Teil warten was uns folgt.“ Sagte ich mehr oder weniger sarkastisch.
Scarlett sah mich an und verdrehte die Augen. Ich hatte das Gefühl das sie immer noch nicht an das glaubte was gerade mit uns passierte und ich glaubte das ehrlich gesagt auch nicht. Wir sahen uns in dem Kerker um und fanden abermals eine Treppe die dieses Mal hinauf führte.
Natürlich dachten wir dass uns die Treppe wieder in den Hauptteil des Schlosses führen würde und stiegen sie deshalb hinauf. Da Scarlett dieses Mal nicht vorgehen wollte ging ich vor und eigentlich hätte mir das auch nichts ausgemacht aber dieses Mal schon. Es war ziemlich dunkel und man konnte kaum was sehen. Hin und wieder hatte ich das Gefühl das ich auf etwas Weiches trat und Scarlett hatte dasselbe Gefühl als sie mit dem Fuß auftrat und eine Ratte quiekend davon rannte.
„Langsam find ich das nicht mehr lustig.“ Hörte ich Scarlett sagen.
Ich antwortete nicht. Plötzlich wurde die Decke immer niedriger aber die Stufen reichten noch weiter nach oben. „Hier geht es nicht weiter.“ Sagte ich.
„Wieso? Was ist da denn?“
„Ich weiß nicht. Die Treppen gehen weiter aber die Decke wird immer tiefer.“
„Vielleicht müssen wir krabbeln.“ Innerlich seufzte ich. Es war schon genug mit den Füßen auf was Weiches zu treten aber jetzt auch noch mit den Händen. „Oder kann es sein das die Treppe weitergeht weil da ne Luke oder so was ist?“
„Mhm?“ Ich drehte mich zu ihr um sie anzusehen, was sich als äußert schlau rausstellte da ich durch die Dunkelheit nicht mal meine Hand sehen konnte wenn ich sie mir an die Nase hielt.
„Keine Ahnung.“ Ich fing an die Decke abzutasten. „Aus Holz ist die Decke jedenfalls aber ich find keinen Griff oder so. Warte . . . da ist was. Ein Ring oder so.“
„Drück mal dagegen.“
Ich fing an gegen die Decke zu drücken. Es dauerte ein wenig aber mit Hilfe von Scarlett bekamen wir die Luke schließlich auf. Wir steckten unsere Köpfe raus und schauten uns um.
„Wo sind wir?“ Fragte Scarlett.
Ich stieg aus dem Loch und half ihr raus. „Ich würde sagen: auf jeden Fall nicht mehr im Schloss.“ Ich zeigte in eine bestimmte Richtung in der ich das Schloss sehen konnte.
„Na super!“
Ein Geräusch aus dem Gang aus dem wir gekommen waren schreckte uns auf. Instinktiv schlossen wir die Luke und rannten Richtung Schloss. Dort angekommen klopften wir gegen die Tür und schrieen wie verrückt dass uns endlich jemand reinlassen sollte.
Es dauerte seine Zeit bis die Tür aufging und uns ein alter Mann gegenüber stand. Er hatte uns zu dem Schloss gefahren und sah uns ziemlich verdutzt an weil wir draußen umherliefen. Trotz all seiner Fragen ließ er uns hinein und verschwand in seinem Zimmer.
Scarlett war schon auf halbem Weg die Treppe hoch als ich sie rief.
„Du Scarlett?“
„Ja?“
„Wie spät war es als wir wegen dem Geräusch aufgewacht sind?“
Sie dachte kurz nach. „Eine Minute nach Mitternacht. Wieso?“
Ich sah zu ihr. „Was denkst du wie lange die ganze Sache die grad passiert ist gedauert hat?“
„Keine Ahnung.“ Sie kam wieder ein paar Stufen hinunter. „Auf jeden Fall ne halbe Stunde – das kam mir jedenfalls so lang vor.“
Ich nickte. „Ja mir auch . . .“
„Wieso fragst du so komische Sachen?“
Ich guckte zurück in die Richtung wo ich zu Anfang hingeguckt hatte. Über dem Kamin in der Eingangshalle hin eine alte Uhr. Man konnte hören wie die Sekunden vergingen und auch der Sekundenzeiger bewegte sich immer im Kreis – aber auch nur der Sekundenzeiger.
„Wenn es Eine Minute nach Mitternacht war als das angefangen hat . . . wieso ist es dann immer noch Eine Minute nach Mitternacht?“
Scarlett sah nun auch zur Uhr. Der Sekundenzeiger war gerade auf der Zwölf angelangt und lief weiter, doch der Minutenzeiger verharrte in seiner Position.
„Was zur Hölle?“
Scarlett und ich starrten die Uhr an. Irgendetwas stimmte hier tatsächlich nicht.
Dann wurde alles ruhig. Jemand tippte mir auf die Schulter.
„Lass das.“
„Ich mach doch nichts.“
„Aber . . .“
Wir drehten uns um. Nichts.
„Was hast du denn?“
„Jemand hat mir auf die Schulter getippt.“
„Also ich war es nicht.“
Wir sahen uns an als vor uns die Schattengestalt aus dem Boden auftauchte. Mit ihren Händen griff sie nach uns und wir beide stießen einen Schrei aus.

~*~*~

„Raven?“
Ich öffnete die Augen und drehte mich zu Scarlett.
„Was ist?“
„Hattest du auch einen Alptraum?“
Ich setzte mich aufrecht hin und dachte nach. Dann nickte ich.
„Was hast du geträumt?“ Fragte sie mich.
Ich schloss meine Augen für einen kurzen Moment.
„Da war ein Geräusch und wir wollten nachgucken. Du dachtest die anderen spielen uns einen Streich und dann sind wir quer durch das Schloss und den Keller weil irgendwas hinter uns her war. Dann waren wir draußen und als wir wieder im Schloss waren hab ich auf die Uhr geguckt und die stand immer noch auf . . .“
„Einer Minute nach Mitternacht.“ Sagte Scarlett und führte somit meinen Satz zu Ende.
Ich nickte. „Woher weißt du das?“
„Ich hab das auch geträumt.“ Flüsterte sie.
„Wieso flüsterst du?“ Wollte ich wissen. Mittlerweile flüsterte ich auch, auch wenn ich nicht wusste wieso.
Sie sah mich lange an, griff schließlich nach dem Wecker und drehte ihn zu mir. „Ich bin jetzt seit fast fünf Minuten wach und es ist immer noch Eine Minute nach Mitternacht.“
Ich griff den Wecker und beobachtete den Sekundenzeiger. Als er auf der Zwölf ankam drehte er sich weiter, im Gegensatz zu dem Minutenzeiger. „Was zur Hölle?“
Wie gebannt starrte ich auf den Wecker. Eine weitere Minute verstrich und noch eine. Dann fing es wieder an. Eine Tür knallte irgendwo zu und das Fenster in unserem Zimmer ging auf.
Plötzlich war wieder alles dunkel.
„Scarlett?“
„Ja?“
„Hast du das Licht ausgemacht?“
„Nein.“ Sie klang beunruhigt ebenso wie ich.
„Wer war es dann?“
„Ich war es.“ Sagte eine Stimme – genau dieselbe wie in unserem Traum.
Für einen Moment war das gesamte Zimmer still und es schien als ob weder Scarlett noch ich noch atmen würden. Im nächsten Moment kam ein Schatten durch unser Zimmerfenster gekrochen und das letzte an das ich mich erinnere ist das Scarlett und ich aufsprangen, aus dem Zimmer und aus dem Schloss liefen.
Ganz egal wohin, vor dem Morgen würden wir nicht mehr zurück in das Schloss gehen und es war uns auch egal wie lange wir in der Wildnis rumlaufen müssten. Dort waren die Chancen einem Schattenwesen zu begegnen geringer als in diesem verfluchten Geisterschloss.

~*~*~

Am nächsten Morgen fuhren wir wieder nach Hause. Keiner von uns hatte den anderen etwas erzählt. Auch nicht als sie fragten wieso wir am nächsten Morgen im Schlafanzug vor der Tür standen und nicht in unserem Zimmer waren.
Im Bus saßen wir auf der letzten Bank – wir schwiegen. Erleichtert atmeten wir beide auf als der Bus sich in Bewegung setzte. Vorsichtig drehte ich mich zu dem Schloss um, Scarlett folgte meinem Blick.
„Denkst du jetzt ist es vorbei?“ Fragte sie leise.
„Das sollte es.“ Sagte ich. „Immerhin sind wir jetzt endgültig von hier weg.“
„Eins weiß ich.“ Ich sah sie an. „Ich werde nie wieder einen Wochenendausflug irgendwo hinmachen wo ich noch nie war.“
Ich lachte. „Geht mir genauso.“
Wir drehten uns wieder um und blickten auf die Straße vor uns. Wir waren beide erleichtert und konnten endlich wieder tief durchatmen. Egal was die letzte Nacht passiert war – jetzt war es vorbei und wir freuten uns beide auf unsere eigenen Betten ohne Uhren die nicht weiterliefen und vor allem ohne irgendwelche Schatten die uns verfolgen würden – hoffentlich.


  Vergangenheit  Vergangenheit
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Es war Weihnachten. Wie toll. Jedes Jahr dasselbe: die Familie kam zusammen und man verbrachte den ganzen Tag damit auf dem alten Sofa aus den 50ern zu sitzen während der Großvater von seinen Kriegsverletzungen erzählte.
Es würde sich nie ändern. Weihnachten war bei uns immer langweilig gewesen und würde es auch immer sein. Das einzige was mich beruhigte war die Tatsache das meine Cousine die gerade einmal 20 war, genauso darüber dachte wie ich und so verbrachten wir die nur langsam vergehenden Stunden damit uns zu unterhalten und spielten zwischenzeitlich Stadt-Land-Fluss. Es war wirklich zum verzweifeln.
Ich blickte auf die Uhr an der Wand die mir sagte dass es knapp nach 18 Uhr war.
Na toll, gleich würde es also Abendbrot geben und das hieß im Klartext: es würde nur noch drei bis vier Stunden dauern bis wir nach Hause fuhren.
Es war nicht so das ich meine Familie nicht mochte, aber an den Feiertagen konnte ich gerne auf sie verzichten. Wir wohnten so oder so schon so nahe zusammen, abgesehen von ein paar Ausnahmen die in der nächsten Stadt wohnten aber weit weg war das auch nicht.
Außerdem war ich schon seit einer Woche genervt und ich zweifelte daran dass ich bis zum nächsten Jahr überhaupt noch mal gute Laune kriegen würde.
Urplötzlich fing meine Großmutter an freudig nach mir und meiner Cousine zu rufen. Wir sollten aus dem Fenster gucken und was uns da erwartete war wirklich eine Überraschung: es schneite, der erste richtige Schnee seit Jahren und, soweit ich mich daran erinnern konnte, der erste den ich je erlebt hatte. Vielleicht konnte der Tag ja doch noch ganz interessant werden und so rannte ich zusammen mit meiner Cousine raus in den Garten ohne einen Gedanken daran zu verschwenden eine Jacke mitzunehmen. Was jetzt zählte war der Schnee und schon bald warfen wir uns gegenseitig die Schneebälle um die Ohren.
Vom Fenster aus konnte ich unsere Eltern sehen die plötzlich wie wild gestikulierten da unsere Großeltern ebenfalls nach draußen rannten und bei unserer Schneeballschlacht mitmischten. Auch für sie war es der erste Schnee seit Jahren und zum ersten Mal schienen sie nicht mehr so streng wie sie sonst waren. Innerlich beruhigte mich das ein wenig – diese Seite hatte ich nie an ihnen gesehen und ich freute mich darüber.
Vielleicht war Weihnachten doch nicht so langweilig – jedenfalls nicht wenn es schneite.

  Engel des Hasses  Engel des Hasses
Das Leben ist oft trostlos
Die Gesichter alle ausdruckslos
Nur weiß und ein wenig grau
Daraus werd ich oft nicht schlau

Jeder interessiert sich nur für sich
Es gibt kein Du und kein Ich
Was aus den anderen wird ist ganz egal
Das wäre wirklich sehr fatal

Darum hasse ich diese Welt
Alle tun was ihnen gefällt
Ich wünschte ich könnte nur verstehen
Was meine Augen nicht mehr wollen sehen

Das Böse schürt den Hass
Und macht selbst die Leichen blass
Wann wird das alles nur vorbei sein
Wann sind wir nicht mehr allein

Vielleicht wird es nie passieren
Doch wir sollten es ausprobieren
Solange der Hass regiert
Sind alle anderen Gefühl wie eingefriert