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TCG Fanfic Wettbewerb 12
Ich öffnete meine Augen langsam um sie an das helle Licht zu gewöhnen. Noch ein wenig verschlafen blickte ich auf meine Uhr. Es war gerade mal 8 Uhr morgens. Ich wunderte mich etwas, normalerweise würde ich noch mindestens eine Stunde schlafen – ich meine es war Samstagmorgen! Wer schläft da nicht richtig schön aus? Offensichtlich ich nicht. Ein wenig widerwillig stand ich auf. Ich wollte eigentlich gar nicht aufstehen aber schlafen konnte ich jetzt auch nicht mehr. Ich zog mir etwas Warmes an. Es war zwar schon Frühling doch es war trotzdem kalt. Die Sonne hatte sich in den letzten Wochen kaum oder gar nicht blicken lassen und vor ein paar Tagen hatte es auch noch geschneit. Zum Glück der Kinder und Leidwesen der Eltern blieb der Schnee liegen und jeden Tag pilgerten hunderte von Leuten in den großen Park am Südlichen Ende der Stadt. Ich seufzte. Ich hatte niemanden mit dem ich dorthin gehen konnte oder den ich dort kannte. Irgendwie schienen alle Leute die mir etwas bedeuteten wie vom Erdboden verschluckt zu sein und dennoch ging ich jeden Tag in den Park, setzte mich auf eine kleine Bank die etwas Abseits stand und beobachtete die glücklichen Eltern die mit ihren Kindern den ersten und wahrscheinlich einzigen Schnee dieses Jahres genossen. Genauso war es auch heute, nur das ich schon eine Stunde früher an meinem Stammplatz angekommen war. Ich setzte mich hin, zog den Schal noch ein wenig enger und sah zu wie sich der Park langsam füllte. Ich saß eine ganze Weile einfach nur so da. Mein Blick war starr auf die Wiese vor mir gerichtet. Ich weiß nicht wie lange ich dort saß – ich nehme an ein paar Stunden denn ich konnte weder meine Nase, noch meine Finger die ich in dicke Handschuhe und meine Jackentaschen gepackt hatte mehr spüren. Plötzlich stellte sich jemand vor mich. Ich blickte auf denn diese Person versperrte mir gerade die einzigen Sonnenstrahlen die ich für heute vielleicht sehen und ein wenig spüren würde. Als ich hochsah bemerkte ich einen jungen Mann. Bei genauerem Hinsehen merkte ich das ich ihn nicht kannte. War er neu hier? Bevor ich ihn etwas fragen konnte hielt er mir einen Becher Kaffee hin den ich dankbar annahm. Er setzte sich neben mich und blickte ebenfalls auf die Wiese. Du bist jeden Tag hier nicht war? Stellte er fest. Ich nickte stumm. Seltsam das ich dich immer alleine sehe. Ich drehte mich zu ihm. Nun ja . . . ich habe niemanden mit dem ich hierher kommen kann. Er schüttelte seinen Kopf. Das denke ich nicht. Er nahm einen Schluck Kaffe von seinem Becher und sah mich an. Hier bist du es nicht. Ich verstand nicht was er sagen wollte und er sah mich an als ob er wusste was ich sagen wollte, denn er erklärte mir was er meinte. Du kommst vielleicht jeden Tag alleine hierher, aber . . . sieh dich doch um. All diese Leute hier kommen genau wie du jeden Tag hierher. Schau sie dir an. Merkst du nicht das sie dich auch sehen und dich anlächeln. Ich blickte mich um. Tatsächlich kannte ich die meisten Leute vom sehen und sie lächelten oder winkten mir zu wenn ich sie ansah. Sie sind fast so wie du – eine einsame Seele die nur ein wenig Nähe und Wärme sucht. Sie nicht so streng mit dir und geh einfach zu ihnen rüber, dann wirst du sehen das du nicht allein bist . . . niemand ist das egal wie einsam er sich fühlt. Er stand auf und drehte sich um, bereit zu gehen. Wenn du schon so viel über mein Leben weißt, darf ich dann wenigstens deinen Namen erfahren? Er blickte mich über die Schulter an. Ich heiße Michael. Damit setzte er seinen Weg fort. Ich blickte auf den Kaffeebecher in meinen Händen, nahm noch einen Schluck und stand ebenfalls auf. Doch ich schlug eine andere Richtung ein. Anstatt den Park zu verlassen bewegte ich mich auf eine Gruppe junger Erwachsener zu die teilweise mit ihren Kindern in den Park gekommen waren. Eine Frau lächelte mich an und machte mir Platz damit ich mich hinsetzten konnte. Sie und die anderen stellten sich vor und ehe ich wusste was geschah sprang mir ein 5-jähriges Mädchen auf den Schoss. Sie sah mich mit großen Augen an. Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen. Sie drehte sich um und rief ihre Freunde, dann sah sie mich wieder an. Baust du mit uns einen Schneemann? Er soll so groß werden. Sie riss ihre Arme so weit auseinander wie es ging. Ich nickte. Wieso eigentlich nicht? Das Mädchen zog mich mit auf die Wiese wo noch ein paar andere Erwachsenen mit den Kindern an dem Schneemann bauten. Ich hockte mich zu ihnen und half ihnen eine große Kugel zu bauen. In dem Moment fiel mir Michael ein. Ich stand auf und blickte zum Ausgang. Ich konnte ihn gerade noch sehen, ich hatte mich nicht bei ihm für den ratschlag bedankt und jetzt war er schon zu weit weg. Ich blickte zurück zu den Kindern, dann noch einmal zu Michael. In genau diesem Moment erschienen zwei Flügel aus seinem Rücken und er löste sich langsam im Nichts auf. Für einen Moment stand ich nur da. War es etwa der Erzangel Michael gewesen? Den einzigen Engel mit dem Namen Michael war er also musste er es gewesen sein und trotzdem konnte ich meinen Augen nicht trauen. Nach kurzer Zeit lächelte ich und drehte mich zurück zu den Kindern. Ich setzte mich wieder zu ihnen. Ich erinnerte mich an die letzten Worte die Michael gesagt hatte, sie hallten in meinem Kopf zusammen mit seiner Stimme: ´Niemand ist allein – egal wie einsam er sich fühlt.` |
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