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| Engel der Liebe |
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Keiner Liebe berechtigt zu sein
Seine Augen – das Schönste, was ich je gesehn, sein Lächelnd verzaubert mich immer aufs Neue! Ich weiß, Gott, eigentlich müsste ich um Gnade flehn, doch weiß ich auch nicht, warum ich nicht bereue... Seine Wangen – das sanfteste, was ich je gespürt, seine Küsse sind so unsagbar warm... Ich weiß, Gott, dass dir mehr Respekt gebührt, doch bin ich als Engel eigentlich unbeschreiblich arm... Ich musste ihm gestehen, dass ich kein Mädchen bin, und wahrhaftig hat er zu mir gehalten, Ich weiß, Gott, unsere Liebe hat keinen Sinn, denn unter Engeln dürfen keine Liebschaften walten.... Ich spürte, was ich selbst war zu geben bemächtigt, auf uns Engel lastet ein schrecklicher Bann, ich flehe, ich bitte dich, Gott, du bist doch berechtigt es uns zu ermöglichen, dass ich für immer bei ihm sein kann! by Lucia/Shia (Saskia) ^^ |
| Heldentat |
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Schicksale
Es war mal wieder ein richtig schöner Frühlingstag und das Engelmädchen Myrtille war auf einem Ausflug. Sie war der Engel der seelischen Schmerzen und tagtäglich damit beschäftigt, Menschen zu helfen, sie Probleme mit ihrer Psyche hatten, seien diese nun durch sie selbst oder durch andere verschuldet. Myrtille mochte es, den Menschen zu helfen, doch ab und an nahmen sie manche Schicksale ganz schön mit. Deswegen wollte sie sich heute einfach bloß ausruhen. Sie schlenderte durch einen kleinen Park und genoß die Sonnenstrahlen. Auf einmal jedoch nahm sie ein deutliches Schluchzen wahr. Da Myrtille von Natur aus neugierig war, folgte sie diesem Geräusch und gelangte auf eine Lichtung, auf der sie ein junges Mädchen fang, dass bitterlich weinte. Sie tat Myrtille sofort leid. So ist das eben mit freien Tagen, man kann sie nicht genießen ohne zu arbeiten. Also machte es sich Myrtille neben ihr bequem und verbarg ihre Flügel. Was fehlt dir denn?, fragte sie das Mädchen liebevoll. Dies schluchzte nur noch mehr. Myrtille beschloß, ihm Zeit zu lassen, bis es selber reden wolle. Nach einiger zeit des Warten wandte sich das Mädchen tatsächlich an Myrtille: Mein Vati starb, als ich drei war. Ich kann mih nicht an ihn erinnern. Meine Mutti hat mich allein erzogen und wir hatten es oft nicht leicht. Sie verdiente nicht sehr viel Geld und wir mussten sehen, dass wir über die Runden kommen. In der Schule haben sie mich alle gehänselt, weil ich nicht die neuste Mode trug und so. Dabei war ich doch gut in der Schule! Aber das schien niemanden zu interessieren. Meine Mutter sah ich immer seltener, weil sie immer mehr arbeiten musste, doch das Geld wurde nicht mehr, im Gegenteil. Ihr Betrieb hatte viele Schulden und kürzte ihr ständig den Lohn. Wir lebten in bitterster Armut. Irgendwann machte der Betrieb dann pleite. Wir wussten nicht, was wir tun sollten, konnten unsere Miete nicht mehr zahlen. Da heiratete Mutter neu. Mein Stiefvater verdiente gut, doch schlug er meine Mutter und mich. Ich hatte schreckliche Angst vor ihm und war selten zu Hause. Gestern..., hier stockte sie in ihrer Erzählung, hatten meine Mutter und er einen Autounfall. Myrtille lauschte angespannt. Nach einer kurzen Pause entschied das Mädchen, weiterzuerzählen: Meine Mutter starb noch am Unfallort, mein Stiefvater überlebte mit leichten Verletzungen. Er ist schon wieder zu Hause, doch scheint er mir nun noch grausamer. Er mißhandelt mich. Ich gehe nicht zurück nach Hause, aber ich weiß nicht, wohin... Wieder rannen ihr die Tränen über die Wangen und sie weinte bitterlich. Myrtille entschloß sich, ihr zu helfen. Das waren seelische Leiden. Gott hatte ihr erlaubt, einem Menschen, der sehr viel durchgemacht hatte, auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin, auch ins Paradies zu begleiten. Sie hatte es noch nie getan und war auch immer sehr verantwortungsbewusst mit ihrer Aufgabe umgegangen, doch nun war der eitpunkt gekommen. Nimm meine Hand, flüsterte Myrtille, und ich bringe dich dorthin, wo es kein leiden gibt. Sie entfaltete ihre prächtigen Flügel. Du bist ein Engel, flüsterte das Mädchen, zögerte, doch dann lächelte es und nahm Myrtilles Hand. | |
| Luzifer |
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Worte Luzifers
Aus Gottes Gnaden wohl verbannt kann ich nicht mehr viel sagen. Ich beginne doch nur ihm entgegen die Menschen mit ihren Sorgen zu plagen. Denn frage ich euch, was wäre denn, wenn ihr alle in Glück zusammenlebt? Ihr würdet doch nichts mehr schätzen können, kaum einer, der noch nach Höherem strebt. Ihr würdet den Wert der Gesundheit, des Lebens, der Liebe und allen anderen Dingen nicht kennen! Ihr hättet nie gewusst, wie wertvoll die Liebe ist, wie grausam, sich vom Geliebten zu trennen. Drum seit doch froh, dass es mich gibt! Nur wer Unglück kennt, weiß das Glück zu ehren. Und – so glaubt mir ruhig – gegen den Tod könnt ihr später euch nicht mehr wehren. by Lucia/Shia |
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| Begegnung mit einem Engel |
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Meistens zeige ich mich den Menschen nicht, zumindest nehmen sie nicht wirklich wahr, dass ich da bin. Es gibt viele Wege, Trost zu spenden, man muss einem Menschen dabei nicht immer erscheinen. Außerdem haben viele den Sinn für Engel sowieso verloren.
Doch dieser Tag war anders. Ich hatte gerade erst eines von Gottes Gesetzen gebrochen und mich verfolgte ein unheimlich schlechtes Gewissen. Ich war einen Handel mit einer Dämonin eingegangen, um das Leben einer Mutter zu retten. Dafür stahl ich eines der wertvollsten Bücher aus dem Himmel – und ich weiß noch nicht einmal genau, worum es in diesem Buch ging! Niemand merkte, dass ich es gewesen war, aber die Sache machte mir trotzdem zu schaffen. So entschied ich mich am Morgen eines klaren Herbsttages zur Erde hinab zu fliegen, um mich ein wenig abzulenken. Ich versuchte, die Schönheit der Natur und das Rauschen des Windes mit aller Kraft zu genießen, doch wollte es mir einfach nicht gelingen. Ich seufzte schwer und eine Träne ran meine Wange herab. Ich schüttelte meinen Kopf und lachte sarkastisch. Ich – der Engel des Trostes –, ich weine?! Kann ich Ihnen helfen, Miss? Die Stimme war männlich und klang sehr, sehr sanft, sodass ich mir fast wünschte, sie hätte zu mir gesprochen. In meinen Gedanken malte ich mir aus, wie glücklich die Frau jetzt sein musste, welche so etwas von einem gut aussehenden jungen Mann gefragt wurde. Miss, hören Sie mich? Sind Sie okay? Da berührte mich eine Hand auf der Schulter und vor Schreck sprang ich einen halben Meter in die Luft, versuchte mich herum zu drehen und verhedderte mich somit in meinem Kleid, was zu einem Sturz führte. Oh, oh, das tut mir Leid! Ich wollte sie nicht erschrecken! Keine Ahnung, wie alt er war. 20? 25? Ja, so etwas in dem Dreh. Seine großen grünen Augen schauten mich voller Besorgnis an und er reichte mir seine Hand, um mir aufzuhelfen. Ich war noch viel zu verwirrt. Ein Mensch könnte mich sehen? Und vor allem: Er hatte mich berühren können, b-e-r-ü-h-r-e-n! Ich war perplex, es hatte mir einfach die Sprache verschlagen. Er half mir auf, errötete leicht und strich sich eine seiner braunen Haarsträhnen aus der Stirn. Es tut mir wirklich unsagbar Leid. Ich fasste mich wieder und versuchte möglichst normal zu klingen: Nein, nein, es ist schon okay, ich war einfach in Tagträumen verloren und habe Sie nicht kommen hören. Warum so formal?, er grinste. Duzen Sie mich. Ich bin Adrian. Lucia. Lucia? Das ist ein schöner Name. Sein Lächeln nahm mich in Besitz, dabei kam es mir auf irgendeine Weise bekannt vor. Nun sag mal, Lucia, warum hast du geweint? Ich sollte mich vielleicht nicht in anderer Leute Angelegenheiten einmischen, aber manchmal hilft es einfach, darüber zu reden. Ich weiß nicht, erwiderte ich zaghaft und wich seinem Blick aus. Hey, ist okay. Falls ich irgendwie helfen kann... Ich habe etwas Verbotenes getan und niemand hat es bemerkt, aber... ich fühle mich trotzdem unsagbar schuldig. Adrian runzelte die Stirn. Hm. Was für eine Sorte Verbotenes war es denn, wenn ich fragen darf? Ich schaute ihn unsicher an. Na ja..., meinte er Schulter zuckend, weißt du, es gibt Sachen, die verboten sind, die man aber tun muss, zum Beispiel zum Wohle eines anderen lügen oder stehlen, weil man eine Familie hat, die man anders nicht ernähren kann. Kennst du Robin Hood? Er hat für die Armen gestohlen. Dabei hat er Unrecht getan, aber er tat es für einen guten Zweck und brauchte somit kein Schuldgefühl zu haben. Er tat Verbotenes gegenüber dem Gesetz, aber handelte dadurch richtig gegenüber den Menschen und seinem herzen. Verstehst du, was ich meine? Ich lächelte. Dann, ganz unerwartet, fiel ich Adrian um den Hals. Tausend Dank! Gern geschehen! Adrian grinste breit. Du, da könnte ich dich ja gleich mal nach deiner Handynummer fra..., Adrian hatte sich kurz umgewandt, um sein Handy aus der Tasche zu holen, doch als er zurück schaute, fand er nur noch eine leere Lichtung vor. Unerkannt saß ich in der Krone der riesigen Eiche, deren Blätter rot-gold schimmerten. Eine letzte Träne lief mir die Wange hinunter. Danke, flüsterte ich und lauschte wehmütig, bis seine fragenden Rufe in der Ferne verhallt waren... |
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| Parabel des Elements |
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Die folgende Geschichte fand schon vor langer, langer Zeit statt, als Avril gerade erst Engel wurde und zum allerersten Mal auf Lucia traf. Lucia war damals schon ein relativ erfahrener Engel.
Die beiden begegneten sich zufällig unter einer großen alten Weide, unter der Lucia gern saß und träumte oder wartete, bis sie zum nächsten Einsatz fliegen musste. Avril ging fast jeden Tag an dieser Weide vorbei, um zur Engelschule zu gelangen und all die wichtigen Sachen zu lernen. Sie wunderte sich über die Gestalt, die jeden Tag unter der Weide saß, war es doch eine Trauerweide, welche Traurigkeit verkörperte (wie der Name schon sagt). Eines Tages schließlich, sprach sie den Engel dort an. Hey du! Lucia wandte fast unmerklich den Kopf. Hm? Warum sitzt du jeden noch so sonnigen Tag unter der alten Weide, die dich mit Sicherheit traurig stimmt? Warum genießt du nicht die Freuden des Engelseins oder deines Elements? Avril kam näher und setzte sich neben Lucia. Diese begann zu lächeln. Das tue ich doch. Wer bist du? Der Engel Fürst des Trostes. Zu jener Zeit befand sich also auch Lucia noch im Training, war jedoch weiter als Avril, da sie ja auch älter war. Ich bin Avril. Freut mich, erwiderte Lucia. Und was hat der Trost nun mit der Weide zu tun? Wozu muss es denn überhaupt einen Engel des Trostes geben? Ich dachte, dass die Zeit alle Wunden heilt? Nicht alle, bei manchen muss ich nachhelfen und auch so sorge ich dafür, dass die Menschen sich nicht zu sehr grämen, wenn beispielsweise ein geliebtes Familienmitglied gestorben ist oder solche Sachen. Weißt du, wenn in solchen Fällen niemand da wäre, würde manche Menschen einfach vor Schmerz verrückt werden und Dummheiten begehen, wie etwa im schlimmsten Fall sich selbst umbringen. Daher bin ich wichtig, denn Trost birgt immer einen kleinen Lichtblick, dass das Leben nach dem Unglück noch weiter geht, sonst würde Chaos auf der Welt herrschen. Und so sitze ich hier und spüre, wie die negativen Energien, also die Traurigkeit, der Weide mit jedem meiner Aufträge ein wenig abnimmt. Eines Tages wird sie ganz sicher nicht mehr Trauerweide genannt werden. Lucia lächelte. Hörst du, was sie erzählt? Avril lauschte, doch hörte sie nur das Rauschen der Blätter im Wind. Meinte Lucia das etwa? Sie erzählt von dunklen Zeiten, als sie noch auf der Erde war, von Pest und Tod, Hexenverbrennung, Ketzern… Aber seit ich arbeite, erzählt sie ab und an auch von Liebe und der Sonne, von den schönen Momenten in ihrem Leben. Ich weiß nicht, wie sie mit mir verbunden ist, aber ich genieße es. Avril nickte stumm. Von diesem Augenblick an, waren die beiden Freundinnen. |
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| Krieg der Engel |
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Vertraue mir, Gott plant Verderben!
Doch wir werden nicht erliegen. Wenn du alle Engel bringst, können wir über die Bosheit siegen! Luzifer haucht einen zarten Kuss Auf Lailas rosge Wangen. Beeile dich, meine Schönheit, ich will nicht um unsren Siege bangen! Ganz von ihm in Besitz genommen, schenkt sie seinen Lügen Glauben. Gott will den Engel ihrer Freiheit, ihrer Seele und ihres Glückes bald berauben! So spricht mit vielen Engeln sie, viele wechseln sofort die Seiten. Im Morgengrauen das Horn erschallt Und tausend Engel durch den Himmel gleiten! Michael versucht zu warnen, doch ein wilder Krieg entbrannt. Laila steht in dessen Mitte Vor Erschrockenheit wie gebannt. Da trifft ein Schlag sie hart am Kopf, sodass bewusstlos sie zu Boden fällt. Alsbald sie ihre Augen öffnet, man hat vors Jüngste Gericht sie gestellt. Kein Wort ihrer Kehle kann entrinnen, sie wusst doch nicht, was sie da tat! Verurteilt werden Luzifer und Schar, Gott gibt ihnen nur einen Rat: In der Hölle sollt ihr fortan leben und als Dämonen euer Dasein fristen! Mich und meine Engelsheere Werdet ihr nie wieder überlisten! Ohne Verteidigung muss Laila fallen, wie konnten sie ihr Leben klauen? Vom heutigen Tage an werde ich niemandem mehr vertrauen! | |
| Freundschaft mit einem Engel |
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Lucias Leben hatte sich bald schon wieder auf seine normalen Bahnen eingependelt und selten noch wanderten ihre Gedanken hinüber zu Karinas Engelsbegleiterin Laila, mit welcher sie ein Geheimnis teilte. Die Tage schienen kurz und Lucia hatte alle Hände voll zu tun, ihrer Arbeit nachkommen zu können.
Eines schönen Tages hatten sich endlich ein paar freie Stunden eingefunden. Lucia saß unter ihrem Lieblingsbaum, einer großen alten Weide und lauschte dem Rauschen der Blätter, die sich im sanften Frühlingswind wiegten. Lucia? Lucia zuckte bei der Erwähnung ihres Namens zusammen, hatte sie doch niemanden kommen hören. Sie schaute sich um. Sprachlos starrte sie den Seraph an, der da vor ihr stand. Hey, Karina, brachte sie zögerlich über die Lippen. Wie gehts wie stehts? Na ja, wehrte Karina ab, ich muss mich auf einen Auftrag begeben, aber Gott meinte, dass ich mir noch Verstärkung suchen soll. Allerdings habe ich noch keinen Engel getroffen, der Zeit hatte. Nun wollten Laila und ich schon allein hinunter, aber ich habe dich hier sitzen gesehen und dachte, dass du uns sicher helfen kannst. Bei dem Namen Laila verkrampfte sich Lucias Magen. Sie konnte nicht nein sagen, denn sie hatte ja wirklich nichts weiter zu tun. Natürlich hätte sie sich herausreden können, aber Karina war eine Seraphim und ihr gebührte höchster Respekt. Wie sollte sie da erklären, dass sie sich lieber von ihrer Begleiterin fernhielt, da diese ihr Geheimnis kannte? Ich weiß nicht, was ich euch groß helfen kann, als Gewalt des Trostes, aber wenn ihr meint, mich zu brauchen..., setzte sie an, wurde daraufhin jedoch gleich von Karina unterbrochen: Doch, wir brauchen jede Hilfe, die wir kriegen können, wir müssen nämlich in die Unterwelt. Luzifer soll angeblich planen, einen neuen Angriff auf das Himmlische Paradies durchzuführen und wir müssen herausfinden, was an diesen Gerüchten dran ist. Lucia erhob sich und folgte Karina, während diese weitererzählte: Wir konnten einige Dämonen unschädlich machen, die sich auf der Erde herumgetrieben haben. Ich weiß beispielsweise von Sango, dass einer dieser behauptete, dass wenn Luzifer in weniger als einem Monat wieder an der Macht sei, wir dafür zu büßen hätten. Andrina hat einen Meeresdämon besiegt, der ihr noch zurief, dass ihre Seen bald nicht mehr so klar und unschuldig wären. Efeu berichtete, dass die Dämonen, gegen die sie kämpfen musste, ihr sogar erzählen, was sie alles Grausames mit den Wäldern anstellen wollten! Es herrscht also höchste Priorität für diese Aufgabe. Warum konnte Gott dann keine anderen Engel zur Verfügung stellen?, fragte Lucia überrascht. Anscheinend schien diese Aufgabe wirklich wichtig zu sein. Warum schickte er ausgerechnet Laila und Karina, wo Laila doch selbst einmal zu diesen Dämonen gehört hatte? Lucia konnte sich nicht helfen, aber sie misstraute Laila noch immer und das noch mehr, seit sie in die Quelle des Schicksals geblickt hatte. Wann auch immer sie sich in Lailas Nähe befand, fühlte sie, dass Laila wusste, dass sie momentan ihren zweiten großen Fehler beging und dieses Geheimnis kannte. Das durfte niemals herauskommen. Gott kann nur wenige seiner Engel entbehren, weil Vorbereitungen getroffen werden müssen. Dämonen hätten niemals so bereitwillig über Luzifers Vorhaben Auskunft gegeben, wenn sie nicht denken, dass alles sicher ist und nichts mehr schief gehen kann, verstehst du? Er meinte wir sollen schauen, ob es noch Engel gibt, die nicht zwangsläufig eingebunden sind. Du bist eine Seraph, warum schickt er ausgerechnet dich? Er braucht seine engsten Verbündeten. Als Lucia dies erwähnte, senkte Karina ihre Stimme: Weißt du, ich bin mir hundertprozentig sicher, dass er mir den Auftrag nur wegen Laila gegeben hat. Lucia war sprachlos, als Karina fort fuhr: Erstens könnte er niemals nur eine Engelsbegleiterin einen Auftrag aufgeben und zweitens hätte Laila eh abgesagt. Aber sie kennt die Unterwelt und ist eine große Hilfe. Lucias Gedanken überschlugen sich. Gott musste Laila wirklich eine Menge zutrauen. Vielleicht hatte sie Unrecht, was Laila betraf? Nach einer Weile stieß Laila schweigend zu ihnen und sie machten sich auf den Weg zur Unterwelt oder auch Hölle im Volksmund genannt. Lucia war sehr nervös, obwohl sie jetzt schon eine Engelsgewalt war, war sie noch nie auch nur in der Nähe der Hölle gewesen. Sie kannte den verwunschenen Wald, der sie zum Teil von oben umgab, da sie dort damals nach Laila suchte, aber das war auch schon alles. Die drei verhielten sich still, als sie den Wald erneut durchquerten. Laila schien den Weg zu kennen. Für Lucia sahen alle Bäume im Licht von Lailas schwacher Flamme gleich aus, sie hätte sich niemals einen Weg hier hindurch merken können, wahrscheinlich noch nicht einmal, wenn es einen Pfad gegeben hätte. Nach einer geraumen Weile blieb Laila schließlich stehen. Sind wir da?, flüsterte Karina fast unhörbar. Laila nickte und erwiderte: Fast. Sie deutete auf zwei ineinander verschlungene Bäumen. Sie bildeten einen Rahmen, durch einer der drei Engel hindurchgepasst hätte. Wer dort hindurch geht, steht vor den Toren der Hölle, erklärte Laila. Manche Seelen verirren sich im verwunschenen Wald und finden diese Stelle nie. Es ist der offizielle Einlass, wenn man so will. Wir würden zu sehr auffallen, wenn wir dort hindurch spazieren. Ich weiß nicht, ob Luzifer ahnt, dass ich wieder im Himmel lebe, also will ich nichts riskieren. Sie passierten sie Bäume, die mächtig und schwarz dort thronten. Es kam Lucia alles so unwirklich und Furcht einflössend vor. Wie konnten selbst Dämonen hier nur freiwillig leben? Es dauerte nicht lang, da erreichten sie eine Felswand. Laila suchte nach etwas. Verunsichert schaute Lucia sich um. Sie fühlte sich hier absolut nicht wohl. Hier, Laila deutete auf einen Schacht. Folgt mir. Zuerst zwängte Karina sich durch den Schacht, Lucia folgte ihr. Laila schaute sich noch einmal um und stieß anschließend hinzu. Der Schacht wand sich, wurde mal enger, mal größer und Lucia hatte schon Angst, von Platzangst ergriffen zu werden, als eine Öffnung erschien. Hitze schlug ihnen ins Gesicht. Karina stoppte, schaute sich um, und krabbelte anschließend aus dem Schacht. Lucia und Laila folgten ihr. Was müssen wir jetzt tun?, fragte Lucia irritiert. Luzifer soll angeblich eine Geheimwaffe besitzen, die es zu zerstören gilt, meinte Karina. Wir sollten uns aufteilen, meinte Laila. Karina stimmte zu: Ich werde rechts lang gehen. Ihr beide bleibt am besten zusammen. Laila und Lucia tauschten einen kurzen Blick, Lailas sah genervt, Lucias erschrocken aus. Gut, wir treffen uns wieder hier!, meinte Karina und eilte von dannen. Eine Weile lang liefen Lucia und Laila schweigend nebeneinander. Sie hielten sich ein einem nicht sehr geschäftigen Teil der Hölle auf, noch war es nicht ganz so gefährlich. Doch die Dämonen spürten wahrscheinlich schon, dass etwas nicht stimmte. Eine Engelsgewalt und eine Seraphim mussten starke himmlische Wellen aussenden, oder? Schließlich brach Lucia das Eis: Gefällt es dir im Himmel? Sie war einfach sehr harmoniebedürftig und konnte diese Kälte zwischen ihnen nicht länger ertragen. Wieso sollte es?, antworte Laila kurz angebunden. Ich... na, du wolltest doch anscheinend zurück. Stille. Laila schien nicht sehr gesprächig zu sein. Lucia beließ es einfach dabei. Sie näherten sich geschäftigeren Teilen der Hölle. Lucia blieb vor Schreck ein paar Mal fast das Herz stehen: Seelen im Fegefeuer, Dämonen, die sich gegenseitig verletzten, längst vergessene Torturwerkzeuge... Du siehst viel zu engelhaft aus. Du wirst zu schnell auffallen. Mach deinen Heiligenschein unsichtbar. Ich hab hier noch ein paar Klamotten für dich. Die waren eigentlich für Karina, aber mir fällt jetzt erst ein, dass ich sie ja dabei hab. Laila hielt Lucia ein knapp geschnittenes Top mit Spitze und einen mittellangen Rock aus mehreren Seidenlagen hin. Gib mir einfach deine anderen Sachen. Nach dieser Aktion sprangen sie auf eine geschäftige ... Lucia nahm an, dass es eine Straße darstellen sollte. Dämonen, Teufel und Seelenlose liefen hin und her, rempelten die beiden an, aber machten sich nichts aus ihnen. Lass sie nicht spüren, dass du nicht hierher gehörst, hatte Laila Lucia geraten. Sie nehmen Engel meist dadurch wahr, dass diese Furcht haben, entdeckt zu werden. Sei bloß zu niemandem nett, ansonsten wissen sie auch gleich, wer du bist. Jedes Mal, wenn Laila angerempelt wurde, fluchte die dem jeweiligen Dämon hinterher, den es nicht viel zu kümmern schien. Lucia bewunderte Laila, wie sie nur so ruhig bleiben konnte. Die beiden ließen sich von der Strömung tragen, bis sie schließlich durch einen riesigen Torbogen liefen. Alle Arten von Dämonen und bösartigen Höllengestalten, schien sich hier zusammengefunden zu haben. Luzifer in Person stand auf einer Erhöhung und blickte zufrieden in die Runde. Hoffentlich ist Karina nichts passiert, murmelte Laila. Sie hoffte, dass Lucia sie nicht gehört hatte, denn hatte sie diese Worte eigentlich nicht laut aussprechen wollen. Ihre Gefühle gingen niemanden etwas an. Doch Lucia schien viel interessierter an der Umgebung, durch die sie liefen. Sie hatte ja Recht, man könnte diese Informationen in einem eventuellen Krieg gebrauchen können, aber trotzdem konnte Laila ihre Gedanken nicht dazu bringen, an die Arbeit zu gehen. Sie hasste Luzifer und dieser Hass schien nun, da sie sich nach so langer Zeit wieder einmal in der Hölle befand, förmlich überzuquellen. Luzifer schaute umher. Mit einem Fingerschnippen verstummte alles. Lucia hatte das Gefühl, dass Luzifer sie atmen hören könnte. Meine Untergebenen, meine Dämonen und Höllengestalten!, einladend öffnete Luzifer die Arme. Wie ihr alle wisst, wird der Himmel bald uns gehören. Unser Spion hat alles ausfindig gemacht, was wir wissen müssen. Ein Murren erklang, wahrscheinlich die Art der Dämonen, ihre Zustimmung kundzutun. Wer hätte gedacht, dass uns Gottes Gefolge zuspielt?, Luzifer grinste boshaft und Lucia erschauderte. Ein Spion? Hieße das etwa, dass einer der Engel...? Nein, das konnte nicht sein! Unwillkürlich sah sie Laila an, schlug den Gedanken jedoch wieder aus ihrem Kopf. Es war ungerecht, Laila zu verdächtigen. Am übermorgigen Tag, dem 06.06.06, werden wir erwachen und Unheil und Verderben über das Himmlische Paradies bringen! Niemand wird uns mehr hier einpferchen, wir werden wieder frei sein! Ein wilder Tumult entstand, Dämonen kreischten, schrieen und sprangen umher, sodass Lucia von Laila getrennt wurde. Ein weiteres Fingerschnippen und es wurde wieder still. Unruhig blickte Lucia auf, suchte nach Laila. Ich spüre eine Engelsaura unter uns, Luzifers Grinsen war eingefallen. Lucias Herz hörte beinahe auf zu schlagen. Wen spürte er? Keine Angst zeigen, sagte sie sich, doch ihre Knie schlotterten. Luzifer entsandt zwei Dämonen, die sich ihr bedrohlich näherten. Sie schnuffelten. Jetzt war alles aus. In diesem Moment erhob Laila sich in die Lüfte. Wie traurig, Luzifer, dass du meine Aura schon mit der eines Engels verwechselst. Die Dämonen blickten verwirrt drein. Lucia war wohl ebenso verwirrt. Doch Luzifer pfiff sie zurück. Laila, welche Ehre, dich einmal wieder hier unten zu sehen. Hast zu lange den Geheimnissen der Engel nachspioniert, hm? Hast dich wieder aufnehmen lassen, hab ich gehört? Dann blickte Luzifer in die Runde und schrie: Ihr seid entlassen! Denkt an den 06.06.06! Ich will keine Fehltritte! Ohne, dass sie es wollte, wurde Lucia von den Massen mitgerissen. Sie versuchte sich nach Laila umzudrehen, doch es hatte keinen Zweck. An der Tür entdeckte sie ein Felsspalte und huschte blitzschnell hinein. Kurze Zeit späte war der Felssaal bis auf Laila und Luzifer leer und die Türen schlossen sich. Angespannt lauschte Lucia der Unterhaltung der beiden. Sie musste wissen, ob Laila den Himmel wirklich verraten hatte! Ich wusste, dass du mir nicht widerstehen kannst, Luzifer schritt auf Laila zu. Für dich gibt es nur Trophäen, Luzifer, erwiderte diese. Und? Was willst du mir damit sagen? Anscheinend habe ich die schönste schon gewonnen. Ich wusste damals, dass du dich danach sehnst, in der Hölle an meiner Seite zu sein. Um deine Macht zu repräsentieren? Luzifer ging nicht darauf ein, sondern kam ihr immer näher. Laila wich nicht zurück. Sie hatte gelernt stark zu sein. Du wirst die schönste Trophäe sein, mein Höllenschatz. Jeder wird mich um dich beneiden. Die schönsten Gewänder wirst du erhalten. Ich bin nur an der Dunkelheit Geheimnissen interessiert. So soll es denn sein, grinste Luzifer. Dein Leben an meiner Seite gegen die Geheimnisse der Dunkelheit. Lucia hielt den Atem an. Konnte Laila wirklich...? Abgemacht. Auf einmal waren die beiden verschwunden. Es dauerte eine ganze Weile, bis Lucia zu Luzifers Teil der Hölle fand. Es war gut bewacht, doch nachdem sie lange zeit damit zugebracht hatte, nach Karina zu suchen und diese Mühen vergeblich geblieben waren, entschloss sie sich, es doch auf eigene Faust zu versuchen. Sie war ja auch nicht von gestern. Sie überlistete die meisten Wachdämonen damit, dass sie ihnen erzählte zur Vergnügung Satans vorgeladen zu sein, obwohl ihr allein bei dem Gedanken speiübel wurde. Was hatte Laila mit den Geheimnissen der Dunkelheit gemeint? Lucia misstraute ihr zwar, aber es schien nicht so als würde sie den Himmel verraten. Da musste etwas anderes dahinter stecken. Luzifers Höllenpalast war trotz all seiner Grausamkeit prunkvoll. Die Wasserspeier verliehen dem einen dunklen Eindruck, auch wenn alles rötlich schimmerte, konnte Lucia erkennen, wie viel Reichtum hier hinein geflossen war. Sie schlich sich durch den Wald, der das Schloss umgab und fand schließlich einen Hintereingang. Es überraschte sie eher negativ, dass sie zu spüren schien, wo sich Laila aufhielt. Das Schloss war weitgehend leer. Luzifer schien wirklich nichts zu befürchten. Als sie an einem Spiegel vorbeikam, hätte sie fast vor Schreck geschrieen. Das war nicht ihr Spiegelbild! Das war Laila. Lucias Herzschlag raste, als sie den Flur entlang rannte. Das konnte, das durfte nicht sein! Wo war sie selbst? Warum sah sie Laila im Spiegel und nicht ihr eigenes Spiegelbild? Nach einer Weile verstärkte sich das Gefühl, dass Laila nahe sein musste. Lucia sackte erschöpft zu Boden. Da hörte sie Schritte. Panisch schaute sie herum und setzte sich schnell auf den Fenstersims. Jetzt kam es drauf an... Ein Dämon kam vorbei. Zuerst ignorierte er sie. Lucia war schon erleichtert, als er sich herum drehte und wieder zu ihr lief. Hm, er stützte seine Hände ab, eine rechts und eine links von Lucia, sodass sie nicht entschwinden konnte. Kenne ich dich? Du kommst mir unheimlich bekannt vor. Das war Lucia unheimlich. Ich wüsste nicht, dass wir uns schon einmal begegnet sind. Sie bemühte sich in einem möglichst kalten Tonfall zu sprechen. Doch jetzt, wo er es erwähnt hatte, ja, der Dämon kam ihr sehr bekannt vor. An wem erinnerte er sie bloß...? Vielleicht sollten wir etwas zeit miteinander verbringen, ich bin sicher, dass wir uns schon einmal begegnet sind..., erwiderte er, grinste und fuhr mit der rechten Hand ihr Bein hoch. Lucia sprang auf und musste angeekelt gegen den Reiz ankämpfen, einfach wegzulaufen. Sie hatte gehört, dass derartigen in der Hölle keine Seltenheit war und die meisten Dämonen geradezu übereinander herfielen. Lass mich bloß in Ruhe, keifte sie, drehte ihm den Rücken zu, strich durch ihr Haar und meinte gelassen: Ich würde mich nicht mit etwas wie dir abgegeben. Ach, Lucia ging den Korridor weiter entlang, doch der Dämon folgte ihr und legte ihr einen Arm um die Hüfte. Er stand fast genau hinter ihr. Weißt du, ich will echt nichts sagen, aber du erinnerst mich so dermaßen an jemanden und ich sage dir, diejenige hat genossen, was ich mit ihr gemacht habe. Dann war das ganz sicher nicht ich, sagte sie eher gelassen, doch im nächsten Moment schnallte ihr Fuß zurück und der Dämon krümmte sich vor Schmerz. Ist ja gut, meinte er zerknirscht und Lucia beschleunigte ihre Schritte. Aber ich sage dir, das nächste Mal gehörst du mir!, rief er ihr noch hinterher. Lucia war froh, nach dieser Episode endlich an dem Zimmer angekommen zu sein, aus dem heraus sie Lailas Aura zu vernehmen schien. Pst, leise klopfte sie an die Tür. Laila? Die Tür öffnete sich und Lucia huschte hinein. Im ersten Moment verschlug es ihr die Sprache. Der Raum schien nur aus Seide zu bestehen. Schwarze und rote Seidenvorhänge umgaben ein riesiges Bett und hingen vor den Fenstern als Vorhänge. Der Teppich bestand aus Samt und überall lagen Kissen. Doch noch mehr Aufmerksamkeit galt wohl Laila, die ein fast transparentes Gewand mit edler Spitze trug, kunstvoll verziert mit einem weiten Ausschnitt auf dem Rücken. Was willst du?, fragte sie kühl. Lucia rauchte einen Moment bevor sie ihre Sprache wieder gefunden hatte. Dich hier raus holen! Wir müssen uns beeilen! Ich gehe nirgendwo hin. Ach, meinte Lucia abschätzig. Also bist doch du es! Du hast Gott verraten! Laila kam einige Schritte auf Lucia zu. Das musst du ja am besten wissen, nicht?, fauchte sie. Moment, wie das das? ‚Ihre Zeit ist reif, Lucia, man kann ihr nicht mehr helfen. Und was macht Klein-Lucia? Wendet sich an den erstbesten Dämon, um doch noch ein Heilserum zu bekommen! Na, wenn das kein Verrat ist... Ich habe ihr Leben gerettet!, verteidigte Lucia sich, doch du steckst mit Luzifer unter einer Decke! So, und? Du triffst dich mit einem Menschen, als ob das erlaubt wäre! Lucia wurde kreidebleich. Woher...? Das gehst dich gar nichts an. Glaubst du, man sieht dir das nicht an? Dick und fett stehts auf deiner Stirn geschrieben! Symbolisch drückte Laila ihren Zeigefinger auf Lucias Stirn. Außerdem, fuhr sie fort, was geht dich das an? Ich erledige hier einen Job. Lucia wusste nicht, warum, aber auf einmal tat ihr Leid, was sie gesagt hatte. Laila, du willst dich doch nicht etwa Luzifer lieben, bloß um an die Informationen zu gelangen? Laila lachte gefühllos. Lucia, ‚lieben ist das falsche Wort. Sie schüttelte den Kopf: Aber du weißt es leider nicht besser. Wie meinst du das?, fragte Lucia verwirrt. Wen hast du in deinem Leben schon geliebt, Lucia? Denke einmal ganz genau nach. Meinen Bruder. Das wars? Das wars. Was ist mit dem Menschen, mit dem du dich triffst. Wir lieben uns nicht, daher ist es auch nicht wirklich falsch... Lucia zögerte. Zumindest noch nicht. Lucia, sei nicht so blind. Du liebst ihn! Nein! Liebe tut weh... das... weiß ich..., sie starrte zu Boden. Laila nahm ihre Hand. Lucia, dein Bruder hat dir erzählt, dass das, was er mit dir machte, Liebe ist. Aber das stimmt nicht, er hat dich benutzt. Er hat dein Leben kaputt gemacht. Damit hat er dir alles genommen. Lucia starrte Laila ungläubig an. Was meinst du? Ich kenne dein Geheimnis, Lucia. Glaube mir, dein Bruder hat dich nicht geliebt, er hat dich aus Eigennutz missbraucht. Als Mädchen hast du keine Liebe von deinen Eltern bekommen, woher solltest du es sonst also nehmen? Es war nicht deine Schuld, was passiert ist, aber es war 100prozentig keine Liebe. Darum, Laila blickte auf, ist er jetzt auch hier... in der Hölle. Auf einmal strömte alles wieder auf Lucia ein. Die Erinnerung, seine Versprechungen, ihr Gefühl, von jemanden gebraucht zu werden. Darum war er nicht im Himmel gewesen! Laila, flüsterte sie auf einmal erschrocken: Ich habe ihn gesehen... Laila lächelte. Ich weiß, er ist hier... er hat sich seit damals kein Stück verändert... Lucia hatte keine Zeit, ihren Schock richtig zu verarbeiten. Schritte ertönten. Laila, wir müssen hier raus!, sie ergriff Lailas Hand. Ich kann nicht gehen! Doch, du kannst! Wir beenden diese Mission, versprochen, Lucia blickte in Lailas Augen: Aber nicht so. Du musstest schon genug nach deiner Verbannung erdulden. Ein kleines, freundschaftliches Lächeln umspielte Lailas Lippen, als Lucia das Fenster aufriss, ihre Flügel ausbreite und sie beide hinabstürzten in dem Augenblick, in dem Luzifer den Raum betrat. ~Fortsetzung folgt~ |
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