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  Engel der Liebe  Engel der Liebe
Angelwings

Wenn zwei Menschen,
die sich gut verstehn,
etwas ändern wollen,
und einen Schritt weitergehn.

Dann trete ich ins Spiel,
um sie zu unterstützen,
dass sie ihr Ziel erreichen,
und einander beschützen.

Ist mein Job gelungen,
so kann es sein,
dass sie sich verbinden,
und eine Heirat tritt ein.

Dies Ding soll ewig währen,
drum begleite ich beide,
und schlichte von Zeit zu Zeit,
Unstimmigkeiten, die gefährden den Eide.

Bis sie dann die Welt verlassen,
ihr irdisches Dasein für immer verwehren,
vor den großen Richter treten,
und vielleicht in unsere Reihen einkehren.

So fliege ich von Paar zu Paar,
und bringe ihnen Liebe und Harmonie,
solch Gefühle gibt es immer wieder,
sie wären ewig und enden nie.

  Heldentat  Heldentat
IMG
Kurze Erklärung zu meiner Geschichte: der Schicksalsengel in meiner
Geschichte ist männlich und heißt nicht Shine, sondern Rene.

Aus Liebe

Es war ein Tag wie jeder andere für Rene, den Engel des Schicksals. Er
begab sich von seiner Wolke und sah sich die kommenden Generationen an,
denen er heute ihr von Gott bestimmtes Schicksal verleihen würde. Er sah
wie seine Schützlinge das Licht der Welt erblickten, Jungen, Mädchen,
Arme, Reiche, Gesunde und leider auch kranke, doch wie immer führte er
die Befehle seines Herrn ohne Murren, Meckern oder sein Missfallen zu
äußern aus. Ähnlich der anderen Tage hatte er auch heute viel zu tun und
musste sich sputen damit auch niemand ohne Sinn durchs Leben wandeln
musste. Doch plötzlich wurde er von Tenas, dem Engel der Trauer
aufgehalten, eigentlich stieß er nur aus Versehen gegen ihn als er im
Krakenhaus durch die Gänge huschte um auch ja alle Kinder rechtzeitig
ihr Schicksal zuzuteilen, doch Tenas machte wieder aus einer Mücke einen
Elefanten und blaffte ihn mit halb trauernder Miene an, wie er es wagen
könne bei solch einer bedrückten Stimmung mit solch einem Leichtsinn
durch die Gänge zu jagen. Als er endlich erlöst wurde, da Tenas wieder
einen Auftrag empfangen hatte, sah er voll Schrecken auf die Uhr.
Blitzschnell eilte er in den Aufenthaltsraum der Babys, kramte in seinen
Unterlagen und versuchte so schnell, wie möglich jedem dass ihm
zugewiesene Schicksal zu geben, doch aufgrund des Zeitdrucks brachte er
einige Notizen ohne dass er es bemerkte durcheinander, erst am Abend zum
Feierabend hin bemerkte er, dass er nun völlig falsche Daten für das
letzte Kind hat doch er dachte sich zwei zu vertauschen wäre schon nicht
so schlimm, welche Auswirkungen das haben würde sollte ihm aber erst
später bewusst werden .
Zwanzig Jahre später, heute hatte Rene mal einen sehr ruhigen Tag, nur
drei Schicksale waren zu vergeben. Dies wollte er natürlich nutzen und
wie es nun mal sein Hobby war, in der Menschenwelt etwas rumschnüffeln.
Langsam und bedacht schritt er durch die Flure des Krankenhauses bis er
jäh in einen anderen Bereich ohne Kleinkinder und Babys kam, es war die
Station für die Erwachsenen. Sowas interessierte ihn eigentlich nicht,
doch plötzlich wurde eine junge Polizistin eingeliefert, die
angeschossen wurde und schon sehr blass aussah, es kam ihm so vor als
würde er sie kennen. Sie sah ihn an, ihm in die Augen, doch dass konnte
nicht sein kein Erwachsener Mensch konnte ihn sehen! Dies machte ihn
neugierig, er flog ihr nach in den OP und blieb dann zwei Meter entfernt
stehen, sie sahen sich weiterhin in die Augen ohne auch nur kurz
voneinander abzulassen, was fühlte er gerade, den Trubel um sie herum
nahm er gar nicht war, offensichtlich wurde sie in die Brust geschossen
und blutete stark, so das die Ärzte große Mühe hatte die Blutung auch
nur annährend zu stoppen. Die junge Frau wurde künstlich beatmet und
selbst das kostete sie offensichtlich viel Kraft. Nur kurz schloss sie
die Augen doch dieser Moment hatte genügt um die Erinnerung in seinem
Kopf zu wecken und ihm seinen früheren Fehler vor Augen zu führen. Sie
war das letzte Kind, das Mädchen, dem er ein falsches Schicksal
verliehen hatte. Würde sie jetzt sterben, wäre es seine Schuld gewesen!
Doch ohne auch nur ein Augenzucken nahm sie sich das Beatmungsgerät ab
und winkte Rene zu sich, ja sie winkte ihn zu sich. Er kam näher an sie
heran, so nahe dass nur noch ein Fingerbreite ihre Nasen voneinander
trennte. Dann flüsterte sie ihm ins Ohr: "Ich weiß, wer du bist!" Rene
erschrak und wich kurz zurück, doch sie winkte ihn erneut zu sich heran
und sprach mit schmerzverzerrter Stimme weiter: "Bitte geh nicht. Ich
will nicht noch einmal alleine sterben." "Noch einmal?" Fragte Rene
ungläubig. "Ja, ich bin eine Verbannte, ein gefallener Engel, vor
einigen Jahrzehnten lehnte ich mich gegen Gott auf und er verbannte mich
aus dem Himmel und strafte mich damit immer in meinem zwanzigsten
Lebensjahr allein zu sterben, doch durch die Verwechslung, die dir
unterlief änderte sich alles, zwar werde ich erneut in meinem
zwanzigsten Lebensjahr sterben, jedoch zum letzten mal und nicht allein,
. ich danke dir. K - keine Sorge, dem anderen Kind wird nichts
passieren, trotz dass ich verbannt wurde, behielt ich meine Macht und
half ihm sein übliches Leben fortzuführen, das Leben, das ihm
vorbestimmt war."
"Danke wofür? Und warum wurdest du verbannt?" Fragte Rene aufgebracht.
"Was für dumme Fragen! Arrrgh ." Ihre Wunde blutete stärker. "Danke .
für die E - Erlösung aus diesem Bannkreis der Einsamkeit. Und Verbannung
. wegen einer Tat, die ich bis heute nicht bereue . ich liebte einen
Menschen . da ich verbannt wurde übernahm dieser Mensch meinen Platz und
vergaß mich auf Befehl des Herrn . doch die Liebe zu ihm war nur ein
Nebengrund mich zu verbannen . der Hauptgrund war der . Arrrgh . ihm war
ein fürchterliches Schicksal vorbestimmt, er sollte kurz nach . nach
seinem zwanzigsten Geburtstag sterben, dass wollte ich ihm nicht zumuten
und außerdem hatte ich mich ja in ihn verliebt . was heißt in die
Reinheit seiner Seele . und ich liebe ihn bis heute noch arrrrrrrrgh "
sagte sie und griff nach ihrer klaffenden Wunde.
"Aber er hat dich vergessen. Und wie hast du das mit deiner Macht
gemeint und wie er deinen Job übernommen hat? Wer ist es? Wie heißt
dieser Engel? Oder was für ein Engel warst du?" Fragte er voll Aufregung
und merkte kaum wie sich tränen in seinen Augen sammelten.
"ER IST NUN DER ENGEL DES S-C-H-I-C-K-S-A-L-S!" Sagte sie mit aller
letzter Kraft, dann verstummte sie und der Engel des Todes trat ein,
grüßte Rene kurz und ging mit der Seele des Mädchens von dannen.
"Sie liebte mich ." Sagte er vor sich her und die Erinnerungen an sein
Leben bevor er Engel wurde kamen wieder. Sie starb für ihn diese tausend
Tode ."

  Luzifer  Luzifer
Verbannt auf ewig

Einst war ich der schönste Engel,
Gott liebte allein nur mich,
Es gab keinen einzigen,
Der mir gerne von der Seite wich.

Einigen schin der Neid aus den Augen,
ich wurde bewundert zu hauf,
doch an mich heran kam niemand,
jeder blickte nur zu mir auf.

Doch dies alles ließ mich kühl,
mich interessierten die Blicke nicht,
auch die Gespräche hinter meinem Rücken,
trübten meine klare Sicht.

Es war langweilig tagein tagaus das Selbe,
Jubelrufe und Bewunderung begleiteten jeder Zeit,
so stellte ich mich gegen ihn, gegen meinen Schöpfer
und war für etwas Neues schnell bereit.

Doch rechnete ich nicht mit diesem Schlag,
Er verbannte mich aus dem Himmel für immer,
fortan lebte ich in der Hölle,
und das war noch viel schlimmer.

  Begegnung mit einem Engel  Begegnung mit einem Engel
Tag der Hoffnung

Es war Sonntagmittag, der erste nach dem Tod meiner Mutter, ich war am Boden zerstört, doch musste ich trotz dessen meine Arbeit verrichten.
Es war schwülwarm und die Luft schmeckte trockener als Wüstensand. Eigentlich kein Wetter um sich auch nur aus dem Haus zu trauen, geschweige denn etwas unrechtes zu tun, doch es gibt immer wieder jemanden, der dich eines besseren belehrt.
Sonntag arbeiten, ja das war hart, aber so konnten wenigstens einige andere zu Hause bleiben, bei ihren Familien. Mein Vater war eh nicht zu Hause auch er arbeitete, in letzter Zeit verstanden wir uns überhaupt nicht mehr, wenn wir uns sahen, schrieen wir uns an. Da war es ganz gut mal etwas abstand voneinander zu haben und den Kopf wieder frei zu bekommen. Ich schätze, dies alles hing mit den Verlusten zusammen, die wir in der letzten Zeit hatten erleiden müssen. Ja, ich war drauf und dran die Hoffnung zu verlieren, in mich, in meinen Beruf, aber vor allem in die Welt. Es gab so vieles weshalb man sein Leben hätte beenden können.
Meine Pause hatte gerade begonnen, ich zögerte nicht lange und stellte den Streifenwagen auf einen Parkplatz in der Nähe einer großen Brücke, mit festem Schritt und eisernem Wille ging ich darauf zu, ungefähr in der Mitte hielt ich an und stieg auf die Brüstung, es wäre so einfach hinunter zu springen und all dem Elend zu entfliehen, keine Schmerzen mehr, keine Regeln nur der freie Fall und dann aus und vorbei. Aber als ich so auf der Brücke stand und hinunter zum Fluss sah, kam ich mir so feige vor, denn wie viele Menschen erleiden das gleiche Schicksaal und bringen dennoch den Mut auf weiter zumachen, sich nicht unterbuttern zu lassen, sondern sogar noch gegen den Strom zu Schwimmen.
Dann riss mich ein Schrei aus meinen Gedanken und ich horchte aus welcher Richtung er kam. Vom Ufer her schrie eine aufgebrachte ältere Frau zum Wasser hin, ihre Worte konnte ich nicht verstehen, es war etwas ausländisches, doch ich sah zu wem sie es schrie. Eine junge Frau auf einem kleinen Motorboot wehrte sich mit Leibeskräften gegen ein zwei riesige Muskelpakete, die sie anscheinend knebeln und fesseln wollten, die junge Frau weinte und schrie der alten Dame etwas zu, doch auch sie sprach in deiner anderen Sprache, so dass ich es nicht verstehen konnte. Einer der beiden Männer verpasste ihr eine heftige Ohrfeige, worauf die Frau verstummte und zusammenbrach. Nun begann auch die alte Frau zu weinen und schrie noch heftiger, anscheinend beschimpfte sie die Männer, doch dass machte denen natürlich nichts.
Was sollte ich tun, hinunter auf das Boot springen oder einfach wegsehen? Ich meine wie hätte ich der Frau schon helfen können, als Streifenpolizist . nein, was hatte ich mir nur dabei gedacht, war ich nicht Polizist geworden um anderen zu helfen? Da hatte ich nun endlich meine Chance und stand nur tatenlos da! So durfte das nicht enden, ich fasste mir ein Herz und sprang, sprang von der Brücke direkt auf das Boot, die Männer waren so überrascht von meinem Erscheinen, dass ich sie ohne große Mühen überwältigen konnte und mit mehr Glück als Verstand das Boot zurück zum Ufer lenken konnte.
Vorsichtig näherte ich mich der jungen Frau, sie war Schwanger und zu meiner Verwunderung nicht verletzt, als sie mir um den Hals fiel, konnte ich das Leben in ihr spüren, dieses kleine Wesen, es kam mir vor als wollte es mir danke sagen und als die werdende Mutter ihren Griff dann löste, sah ich in das Antlitz eines wunderschönen Engels. Ja eines Engels, ich konnte es ja selbst kaum glauben, vor mir stand ein Wesen so vollkommen und einfach nicht von dieser von dieser Welt . kein Wort könnte es je besser beschreiben als "göttlich". Die Augen des Engels strahlten so viel Wärme und Geborgenheit aus, dass es mir Tränen in die Augen trieb, er hatte langes blausilbrig glänzendes Haar und seine Schwingen waren rein und sanft. Es einfach unglaublich. Doch als wäre sein Anblick nicht schon bezaubernd genug, sprach er dann zu mir, mit einer Stimme so rein und klar, wie keine Glocke hätte klingen können:
"Deine Zeit wird kommen, doch bis dahin warte und verrichte deine Aufgabe hier auf der Erde."
Der Engel verschwand, doch die junge Frau blieb und schüttelte mir die Hand, umarmte mich, küsste mich und sprach irgendwelche Worte des Dankes, doch ihre Worte erreichten mich nicht, ich war immer noch zu fasziniert von der Erscheinung des Engels, was sie anscheinend nicht mitbekommen hatte. Dann kam auch die ältere Frau angelaufen und umarmte und küsste mich und die junge Frau, anscheinend war sie die Mutter.
Genau aufgeklärt hatte sich die ganze Geschichte erst später, nachdem ich Verstärkung beordert hatte, teilte man mir mit, dass die beiden Männer schon seit zwei Jahren wegen etlicher Schmugglereien und eines Mordes gesucht worden waren und die junge Mutter einst die Freundin des einen gewesen war ihn wegen seiner schlimmen Machenschaften dann jedoch verlies und nie wieder sehen wollte, doch er lies sich dies nicht gefallen und wollte sie entführen, dann trat ich auf den Plan und vermasselte die Sache.
Das war ein Tag . das Ende meiner Trübsinnigkeit und der Anfang meines neuen Lebens.

  Parabel des Elements  Parabel des Elements
Freier Tag

Endlich hatte mir der Herr einmal frei gegeben, zwar waren es nur wenige Stunden doch ich wollte sie in vollen Zügen genießen und flog hinab auf die Erde, ich liebte die Erde immer noch, auch wenn ich nicht genau wusste, dort fühlte ich mich eher daheim als im Himmel, kein Wunder ich war in letzter Zeit öfter dort als in den Wolken. Es war Sommeranfang und noch recht frisch, ich ging durch einen Park und beobachtete die Menschen, ich sah aus wie einer von ihnen und bemerkten sie mich nicht, nahmen mich nicht einmal wahr.
Bis auf ein kleines Kind, ein Mädchen, höchstens fünf oder sechs, die auf einer Bank an einem riesigen See saß und ihre Füße von ihrer Sitzgelegenheit baumeln ließ. Sie fixierte mich in ihrem Blick und bat mich mit ihrem unschuldigem reinen Blick zu sich. Ich trat zur Bank und setzte mich zu ihr.
„Du bist ein Engel nicht wahr?“ Fragte sie und sprach sie doch, denn sie wusste, dass ihre Vermutung richtig war.
„Ja, ich heiße Sweetsunrise.“ Erwiderte ich und mochte ihre offene Art.
„Ein schöner Name, ich heiße übrigens Sakura.“
„Oh wie wundervoll Kirschblüten, deine Eltern müssen dich sehr lieben, wenn sie dich so nennen.“
„Ja, sie verbringen jede freie Minute mit mir! Ich liebe sie sehr … was für ein Engel bist du eigentlich?“
„Ich bin ein Engelfürst und verantwortlich für leidende Seelen.“
„Was heißt das ‚du bist verantwortlich für leidende Seelen’?“
Ich dachte kurz nach, sollte sie wirklich nicht wissen, was eine leidende Seele ist? Oder verstand sie nur meine Aufgabe dabei nicht? Also versuchte ich es so:
„Ich helfe Menschen, die gestorben sind, die nicht freiwillig die Erde verlassen haben, sondern vor der Zeit, die ihnen von Gott bestimmt wurde, von einem bösen Menschen getötet wurden. Dieser Schmerz, der ihnen dabei widerfahren ist, macht sie zu Geistern, die keinen richtigen Verstand mehr haben und ohne Sinn handeln, was heißt ohne Sinn? Diese Geister sehen in dem was sie tun einen Sinn, aber sie sehen nicht, dass was um sie herum geschieht. Und machen mit ihrem Handeln andere Leute traurig oder gar warnsinnig. Ich habe die Aufgabe diese Geister bzw. Seelen, wie wir Engel sie nennen, zu beruhigen, ihnen erst versuchen ihr Handeln aus zu reden und sie dann wenn es nicht funktioniert mit der mir von Gott verliehenen Magie zu besänftigen.“
Das Mädchen begann zu weinen und ich bekam Angst etwas Falsches gesagt zu haben.
„Warum weinst du jetzt? Habe ich dich an etwas Schlimmes erinnert?“ Fragte ich und sah das Mädchen besorgt an.
Ich glaube, sie wusste, was ich empfand und versuchte nun mich zu beruhigen:
„Du musst auch sehr traurig sein, wenn du andauernd Menschen begegnest, die ein solch schreckliches Schicksal hinter sich haben.“
„Ganz Unrecht hast du nicht, es zerrt einen schon sehr an den Nerven, aber wenn man ihnen dann helfen kann und sie endlich ihren wohlverdienten Gang in den Himmel antreten können, fühlt man sich glücklich und weiß, dass man seinen Job gut gemacht hat.“
„Ich will auch mal so ein schöner Engel werden wie du!“
„Danke“, sagte ich und wurde aus Verlegenheit rot „aber lass dir damit bitte noch viel Zeit, sonst machst du mich traurig.“
„Ich möchte nicht, dass du traurig bist … ich verspreche dir mir ganz viel Zeit zu lassen bevor ich ein Engel werde.“
„Aber sag mal warum bist du denn so alleine hier im Park? Wo sind denn deine Eltern?“
„Papa ist mit Mama beim Doktor, bald bringen sie mir ein kleines Geschwisterchen mit.“ Freute sich die Kleine. „Außerdem bin ich nicht alleine, meine große Schwester passt auf mich auf.“
„Und wo ist deine große Schwester?“
„Sie ist da drüben und will einen Blumenstrauß für mich holen, damit wir Mama eine Freude machen können, ich sollte nicht mit bei ihr stehen, weil ich gegen Sonnenblumen allergisch bin.“ Antworte Sakura und deutete auf einen kleinen Blumenladen bzw. ein Gewächshaus in dem ein ca. vierzehnjähriges Mädchen an der Kasse wartete und uns freundlich zu winkte als sie bemerkte, dass ihre kleine Schwester sie beobachtete, den Strauß hielt sie bereits in der Hand, sie musste ihn nur noch bezahlen.
„Ich bin sicher du wirst ein wunderbarer Engel, aber ich muss jetzt gehen, meine freie Zeit ist um und ich muss meiner Aufgabe wieder nachkommen.“
„Bitte besuch mich bald wieder, ich mag dich.“ Sagte die Kleine und umarmte mich, dann fielen ihr zwei junge Leute auf, die auf uns zukamen, sie rannte auf sie zu und rief:
„Da sind meine Mama und mein Papa!“
Auch ihre Schwester kam dazu gerannt und überreicht der Mutter den Blumenstrauß.
Ich verabschiedete mich von der Kleinen und flog davon.
Es war eine richtig glückliche Familie, die meine Dienste wohl hoffentlich nie brauchen wird.


  Krieg der Engel  Krieg der Engel
IMG
Der Kampf der Ewigkeit

Schon lange wärt der himmlische Krieg,
und in weite ferne gerückt ist ein Sieg,
zwischen Himmel und Hölle tobt das Gefecht,
schon seit Jahrzehnten gegen jedes Recht.

Der Himmel wird mit Blut von unschuldigen befleckt,
und das göttliche Licht vom Vorhang des Todes bedeckt,
die ewige Städte steht schon lange in Flammen,
die aus der feurigen Hölle des Satans stammen.

Das Schlachtfeld ist gesäumt von Toten,
befleckt mit der Flüssigkeit, der roten,
Federn wirbeln im Wind der Vergänglichkeit umher,
Engel haben sie verloren aus dem mächtigen Heer.

Die Luft ist trocken und riecht faulig,
Laichen liegen überall, der Anblick ist schaurig,
Verluste zu groß und zu erdrückend um klar zu denken,
es fällt jedoch schwer der anderen Seite Trauer zu schenken.

Dämonen und Engel als ewige Kontrahenten,
die all ihre Zeit im Kampf verschwenden,
Der Krieg zwischen ihnen, der unendlich scheint,
verhindert dass neues Leben keimt.

Auf liebliche Gefühle wie Freundschaft und Vertrauen,
lässt sich in dieser Zeit schon lange nicht mehr bauen,
Hass, Gewalt und Mordgelüste regieren die Fronten,
Selbst bei den Engeln, die sich nicht dagegen währen konnten.

An den Anfang dieser Fehde erinnert sich keiner mehr,
beim hohen Herrn drückt das Gewissen schwer,
Mit Vorwürfen und Schuldgefühlen
Lässt er seine Kinder weiter im Kühlen.

  Freundschaft mit einem Engel  Freundschaft mit einem Engel


Angst

Meine Aufgabe unter dem Herrn ist manchmal gar nicht so einfach. Geister, was heißt körperlose Seelen sind einfacher zu besänftigen als die Seelen lebender Menschen. Warum? Dass weiß ich selber nicht! Vielleicht liegt es an mir? Ich hasste mein Leben und nun hat sich diese Abneigung eventuell auf alle Lebenden übertragen. Und wie soll man einem leidenden Lebendigen erklären wie wundervoll das leben ist, wenn man es doch selbst für nicht lebenswert hält. Manchmal glaube ich, es wäre besser gewesen, einfach nur zu sterben …
Diese Gedanken beschäftigten mich, wie schon so oft auch an diesem Tag, als ich von einem gerade erledigten Auftrag von der Erde in den Himmel zurückgekehrt war.
Kaum ruhte ich mich kurz auf einer Wolke aus als mich bereits eine neue Aufgabe erwartete, in einem Waisenhaus sind ein paar Jungen durchgeknallt und randalieren. Ich sollte mich nicht wundern, es würden wohl noch weitere Engel dort hinkommen um den Fall mit so wenigen Opfern wie möglich zu überstehen.
Ich mochte es nicht besonders mit anderen Engeln zusammen zu arbeiten … Warum? Weil ich unter ihnen immer das Gefühl hatte überflüssig zu sein … so ähnlich wie in meiner Schulzeit, als ich noch lebte, niemand beachtete mich und ich hatte Angst die anderen anzusprechen, weil ich Angst hatte verletzt zu werden.
Aber was sollte ich machen, wenn unser Herr mir diesen Befehl gab, hatte ich ihn auszuführen.
Das Waisenhaus war eigentlich wie jedes andere auch, ein riesiges Anwesen bestehend aus vier Hausblöcken mit je zwei Stockwerken, ein bisschen verkommen, der Putz bröckelte allmählich von den Wänden und die Farbe an den Fensterrahmen war auch schon mehr ab als vorhanden. Jedoch waren draußen vor dem kleinen Portal etliche Polizeiwagen, Transporter und Menschenmassen versammelt. TV-Reporter stritten sich mit den Polizisten um ihnen einige Informationen zu entlocken, bekamen jedoch nichts heraus.
Hier draußen entdeckte ich noch keine Engel oder gaben sie sich mir nur nicht zu erkennen? Der Himmel verfinsterte sich und Gewitterwolken zogen auf, in der Ferne zuckten bereits hie und da Blitze und erhellten kurzzeitig die Dunkelheit. Die Luft roch frisch und doch lag schon der Tod in ihr.
Leise und unerkannt schlich ich mich durch die leeren Korridore des Haupthauses, die Zimmer waren leer, nirgends brannte auch nur ein Licht bis auf den schmalen Strahl, der durch die Ritzen einer Tür drang. Von dort drang Flüstern und teilweise auch hysterisches verrücktes Schreien an meine Ohren.
Bei jedem Schritt, den ich tat, knarrten die Dielenbretter unter mir, ein kühler Wind striff durch die Gänge und Gänsehaus lief mir über den Rücken. Vorsichtig schob ich unsichtbar die Tür auf, die drei Männer und die zwei Frauen erschraken, schoben es dann auf den Wind und konzentrierten sich wieder auf ihre Opfer.
Zwei Männer standen im Raum und hielten die Erzieherinnen und Waisenkinder au trapp, die zwei Frauen umsorgten den anderen Mann der anscheinend verletzt war. Sie alle trugen die Kleidung von Gefängnisinsassen. Ich sah mich weiter im Raum um, es waren bereits drei Tote, unter ihnen eine Erzieherin und zwei Kinder, und genau fünfundzwanzig lebende Personen im Raum, die fünf Verbrecher, drei Erzieherinnen, siebzehn Kinder … ja und zwei Engel. Ich kannte weder ihre Namen noch ihren Rang, ob sich mich schon bemerkt hatten, wusste ich nicht, aber sagen konnte ich auch nichts, meine Kehle war wie zugeschnürt von diesem Schauspiel. Die zwölf kleineren Kinder weinten, sowie einige der drei älteren Mädchen, die zwei älteren Jungen konnten sich kaum in Zaum halten, ich sah ihre Wut und doch auch ihre Machtlosigkeit, den alle fünf Verbrecher waren bewaffnet und selbst wenn die Jungen sie auf die beiden Männer gestürzt hätten, wären höchstwahrscheinlich viele verletzt worden. Als Engel konnte man sich nicht wirklich einmischen, man konnte den Häftlingen zwar gut zureden, aber eingreifen konnte man nur in Notfällen und selbst dann wird es nicht gern gesehen, denn alles was geschieht ist von unserem Herrn vorbestimmt, so wurde es mir einst erklärt, doch ich bleibe bis heute dabei, er hat nicht das Recht über uns zu bestimmen.
Ich hätte am liebsten gleich eingegriffen, aber das hätte ich nur gekonnt wenn ich mich sichtbar gemacht hätte und das wollte ich noch nicht, zu viele Leben standen auf dem Spiel.
Die andren Engel gingen, während ich mich immer noch etwas umsah, weiter ihren Aufgaben nach, der eine Engel hatte wunderschöne schwarze Flügel und strahlte so etwas Erhabenes und doch auch Trauriges aus, seine bzw. ihre Augen hatten dieses tiefe reine blaugrau, was ich schon auf der Erde immer bewundert habe, weil sie so beruhigend wirken. Der andere Engel hatte Flügel, die denen eines Schmetterlings glichen und azurblaue Augen.
In dem Moment bemerkten sie mich und musterten meine Wenigkeit genau wie ich sie zuvor, dann traten sie von den Kindern, die sie vorher versucht haben zu beruhigen, aus zu mir.
„Hallo, mein Name ist Shia und ich bin Thron der verlorenen Liebe.“ Sprach der schwarz geflügelte Engel.
„Hy, ich bin Karina, Engelgewalt des Lichtscheins. Und wie heißt du?“ Erkundigte sich der Engel mit den Schmetterlingsflügeln.
„I-Ich bin Sweetsunrise und noch im 1. Chor als Fürst der leidenden Seelen.“ Antwortete ich stotternd.
„Aha.“ Sagten sie und umkreisten mich neugierig.
Dann veränderte sich schlagartig die Aura des verletzten Verbrechers, lebendig zu tot, von wütend zu neutral und von da an wusste ich, was ich zu tun hatte, der Herr wollte diesem Sträfling noch eine Chance geben um in den Himmel zu kommen, aber nur wenn dessen Geist auch neutral bleiben würde und nicht den Freunden bei ihrer Missetat helfen würde.
Ich sah Shia und Karina eindeutig an, sie gingen zu ihren Schützlingen und ich zu dem Geist des Mannes, doch noch bevor ich ihm meine Hand reichen konnte tauchten drei Dämonen auf und versuchten mich aufzuhalten den Geist in den Himmel zu bringen.
Ich hatte noch nie mit einem Dämon gekämpft, überhaupt war es das erste Mal, dass ich einem gegenüberstand. Kämpfen, ich hasste es schon als Mensch und mochte es lieber verhindern als mitzumischen. Konnte man als Engel verletzt werden? Bis dahin wusste ich es nicht, doch die Erfahrung wurde schmerzhaft. Die Dämonen waren bewaffnet einer hatte ein Schwert, die beiden anderen eine Lanze, aber jeder trug noch mehrere kleine Dolche bei sich.
Die Dämonen flüsterten sowohl dem Geist als auch den lebenden verdorbene Gedanken zu und versuchten so eine reiche Ausbeute zu machen, doch weder ich noch die beiden anderen Engel wollten dies zulassen und forderten die Dämonen zum Kampf heraus.
Sie lachten uns aus, nahmen die Herausforderung aber an. Shia und Karina, die von den Kindern bis dato noch gesehen wurden, verabschiedeten sich von den kleinen und traten dann für sie unsichtbar an meine Seite. Ich war stolz und fühlte mich geehrt an der Seite solch großer Engel kämpfen zu dürfen, doch ich war mir nicht im Klaren, was es hieß zu kämpfen. Für die Dämonen war es ein Kampf um Leben und Tod, sie wussten, dass wenn sie verlieren würden, würden sie entweder bereits im Kampf mit uns Engeln fallen oder in der Hölle für ihr versagen getötet werden. Aber ich empfand es nur als Verteidigung der Seelen, keines Falls als Angriff auf die Dämonenschaft.
Dennoch beschworen wir unsere Engelschwerter herauf um auf alles gefeit zu sein, jedes der Schwerter so unterschiedlich wie unsere Charaktere. Shia und Karina wirkten sehr erfahren, ich bewunderte sie, sie sprachen während des Kampfes mit den Dämonen um sie zu verunsichern und ihnen dann den Gnadenstoß zu versetzen. Doch ich konnte es nicht, waren diese Wesen doch auch beseelt. Zwar verteidigte ich mich, aber ich sprach nicht so geschickt mit ihnen wie die beiden anderen Engel und auch mein Kampfstil erinnerte eher an eine bleierne Ente auf dem Wasser als ein Krieger im Kampf. Es fiel mir immer schwerer den angriffen des Dämonen auszuweichen oder sie zu kontern. So erfuhr ich mehrere Schrammen, bin schwereren Wunden jedoch immer entgangen, bis ich hinfiel und der Dämon nur einmal hätte zuschlagen müssen um mein Dasein zu beenden, aber Shia und Karina halfen mir und versuchten mir Mut zuzureden, dass ich keine Scheu haben solle einen Dämonen zu töten, denn diese haben keine Gefühle und morden völlig skrupellos. Als ich wieder stand überließen sie mir den Dämon wieder, doch ich konnte mich nicht überwinden, erst als er vor mir in seiner Wut und Mordlust einem der Räuber den Kopf abschlug, zwar aus Versehen jedoch ohne Reue, so löste sich in mir die Furcht einen von ihnen zu verletzen und konnte auch den letzten besiegen. Die restlichen Häftlinge, die nicht begriffen hatten, wie einer von ihnen geköpft werden konnte, ohne dass jemand etwas getan hatte, wurden in einem darauf folgendem Sturm festgenommen und die Kinder konnten, sofern sie sich schon gefasst hatten, wieder in ihre Zimmer zurückkehren, die meisten jedoch blieben bei den Erzieherinnen, die aber auch mit den Nerven am Boden waren. Die Geister der Verbrecher beteuerten mir ihre Unschuld, sagten sie seien deswegen ausgebrochen und hätten nie eines der Kinder umbringen wollen. Ich spürte, dass sie die Wahrheit sprachen und auch Karina und Shia hatten dies bemerkt, also nahmen wir sie mit in den Himmel und übergaben sie in Gottes Obhut.
Dann wollte ich mich von den beiden verabschieden und mich meiner nächsten Aufgabe widmen doch Shia und Karina wollten noch mit mir sprechen.
„Du machst die Vorwürfe, stimms?“ Meinte Shia besorgt.
Ich nickte nur als Antwort.
„Es war ein Verbrecher und du hast doch gesehen, dass es ihm nun hier oben wesentlich besser gehen wird als dort unten.“ Erklärte mir Karina.
„Lass uns Freunde sein, wir werden dir helfen.“ Lächelte Shia.
„Ist das euer Ernst? Ich würde wirklich gerne mit euch befreundet sein.“ Gab ich ihnen als Antwort.



  Vergangenheit  Vergangenheit
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Letzter Versuch

Es war kurz nach meiner Begegnung mit dem Engel in meinem neunzehnten Lebensjahr, dieses himmlische Wesen gab mir neue

Hoffnung und ich wollte noch einmal versuchen neue Bande der Freundschaft zu knüpfen. Immer noch brannte die Sonne und viele

meiner älteren Kollegen nahmen sich frei um die Ferien mit ihren Kindern zu verbringen, so kam es, dass wieder mit Jüngeren

arbeiten musste, mit denen ich bereits studiert hatte. Es war nicht viel los, was Einbrüche und der gleichen betraf, also teilte man

mich und eine junge Frau zur Verkehrskontrolle ein, denn es ging das Gerücht um, dass eine Schmugglerbande wieder aktiv

geworden war. „Wieder“ hieß in diesem Falle, dass der Boss einer ehemaligen Schmugglergang aus dem Knast gekommen war und

man vermutete, dass er sich ein neues „unterirdisches Imperium“ aufbauen wolle. Meiner Meinung nach war das aber eher

unwahrscheinlich, denn er wurde gut überwacht – von meinem Vater – und es hatten mittlerweile bestimmt schon andere seine

Stellung übernommen.
Meine Kollegin war sehr aktiv und aufgeweckt, sie suchte immer die Nähe von anderen – kurz um sie war das totale Gegenteil von mir.

Selbstverständlich wollte ich Freunde finden, aber haben Freunde nicht irgendwie etwas gemeinsam? Andauernd hing sie mir an den

Versen und löcherte mich unzähligen Fragen über mein Leben und meine Hobbys. Selbst während der Untersuchungen von Lastern

und kleineren Kraftwagen horchte sie mich aus. Ich haderte doch wieder mit dem Gedanken, mir das mit dem Freunde finden noch

einmal zu überlegen. Aber sie merkte, dass sie von mir wohl kaum auch nur eine einzige Antwort auf ihre Fragen bekommen würde,

versuchte sie das Eis anderweitig zu brechen und weihte mich in ihr Leben ein. Sie hatte noch vier Geschwister, drei ältere Brüder

und eine jüngere Schwester, ihre Brüder arbeiteten auch im öffentlichen Dienst, sie waren allesamt Anwälte geworden genau wie ihr

Vater, er war das Vorbild der fünf Kinder; seine Intelligenz, seine liebevolle Erziehung und sein humorvoller Charakter waren einfach

bewundernswert. Aber auch ihre Mutter war eine bemerkenswerte Frau, sie war Schriftstellerin und hatte schon viele Romane

veröffentlicht, das tat sie aber nur in ihrer Freizeit, beruflich war sie in der Politik tätig und zwar ganz oben. Ihre jüngere Schwester

lernte noch, sie wollte Floristin werden und fiel dadurch total aus der Reihe, aber ihre Eltern waren auch stolz auf sie, denn niemand

konnte so schöne Blumengestecke schaffen wie sie. Als sie mir ihre Geschichte so erzählte, kam mir das erste mal seit langen

wieder dieses widerliche Gefühl hoch – Neid. Es war fürchterlich und ich schämte mich, aber der Neid blieb, nicht wegen des Geldes

wegen, nein weil sie wirklich glücklich schien, es schien sie keinerlei Trauer zu begleiten.
Nun versuchte sie erneut mich auszufragen, aber wie konnte ich ihr die Geschichte meines Lebens erzählen, ohne dass es wirkte als

wolle ich nur ihr Mitgefühl, trotzdem antwortete ich ihr auf jede folgende Frage und ich glaube mit der Zeit verstand sie mich und Mein

Verhalten mehr und mehr. Auch die Fahrer, die wir inspizierten lauschten gebannt unseren Worten, es war mir peinlich und doch

konnte ich die wartenden Augen meiner Kollegin nicht enttäuschen.
In der Mittagspause lud sie mich dann zu einem Imbiss ein, sie kaufte sich einen Hotdog und ich holte mir eine Zeitung und Eis - Tee.
„Jetzt verstehe ich die Jungs, die in unserer Gruppe waren.“ Meinte sie und nahm einen großen Bissen von ihrem Hotdog, den sie

sich dort gekauft hatte.
„Warum?!?“ Ich verstand sie nicht.
„Oh man du hast echt nichts mitbekommen, die Jungen standen doch total auf dich. Sie empfanden dich als geheimnisvoll und wollten

nicht, dass du irgendwie traurig bist oder so. Sie hätten dich auch gerne gefragt, ob du mit ihnen gehen würdest, aber du warst immer

so distanziert und verschlossen, sie kamen einfach nicht an dich ran, entweder hast du sie nicht bemerkt oder einfach ignoriert.“

Sagte sie, nachdem sie den Bissen runter geschlungen hatte.
„Ich bin eben lieber alleine.“
„Das glaube ich nicht, kein Mensch ist gerne allein. Sag mal kann ich dir ein Geheimnis anvertrauen?“
„Klar.“ Sagte ich wie nebenbei und schlürfte an meinem Eis – Tee.
„Ich fand dich auch schon immer toll. Du hattest mir Nachhilfe gegeben, seit der fünften, wegen dir bin ich zur Polizei gegangen.“ Sie

unterbrach sich selber, weil sie bemerkte, dass ich mehr mit meiner Zeitung beschäftigt war und ihr nur mit halben Ohr zu hörte,

deswegen riss sie mir die Zeitung weg und fuhr fort. „Ich habe mich in dich verliebt!“ Schrie sie, packte meinen Kopf und gab mir

meinen ersten Kuss überhaupt – und mit Kuss meine ich auch Kuss und nicht nur nen Schmatzer.
Ich sprang gut drei Meter von ihr weg, das musste erstmal verdaut werden, sie hatte mich geküsst, mir ihre Liebe gestanden und

vorher hatten wir uns schon ausgetauscht, wie sollte ich da reagieren, ich mein, sie war zwar eine sehr nette Freundin, aber mehr

konnte ich mir wirklich nicht vorstellen.
„Entschuldige, bitte zieh dich jetzt nicht wieder in dein Schneckenhaus zurück, ich wollte nicht zu weit gehen, aber ich konnte es nicht

mehr verbergen.“
So setzten wir unsere Aufgabe also fort, ich versuchte meine Befangenheit zu überwinden und nicht in jede versehentliche Berührung

eine Annäherung hinein zu interpretieren. Ja und so kam dann auch der Moment, in dem wir diesen verhängnisvollen Laster anhielten

und seinen Inhalt kontrollieren wollten. Die Fahrer stiegen aus und öffneten die Türen, wir stiegen ein und untersuchten alles,

schließlich wurden wir fündig, gut fünfhundert Kilogramm Heroin fanden wir zwischen den Waren, was wohl unser Verhängnis war,

denn als wir rausgehen und die Fahrer zur Rede stellen wollten, schlugen sie uns die Türen vor der Nase zu und wir saßen bei ihren

Waren fest.
Ich weiß nicht ob es an der Liebeserklärung meiner Kollegin lag oder ob ich schon eine schlimme Vorahnung hatte, aber es gefiel mir

ganz und gar nicht dort fest zu sitzen.
„Wie heißt du eigentlich richtig?“ Fragte mich die junge Frau, denn bis dato hatte sie mich nur unter meinem Spitznamen Sunrise

angesprochen, den hatten mir die Jungen aus meiner Grundschulzeit gegeben, denn ich verhielt mich genau wie die scheue Katze der

Lehrerin, die denselben Namen trug (sie hatte ihn jedoch aufgrund ihrer orange-rötlichen Fellfärbung). Mir gefiel diese Anrede nicht,

aber ich mochte mit niemandem darüber sprechen und so gewöhnte ich mich an den Namen.
„Alea Fortune“ Erwiderte ich kurz, denn sie kam mir immer näher und ich hatte das Gefühl mir würde mit ihrer Nähe die Luft

abgeschnürt. Aber sie hatte nur Angst und wollte, dass jemand ihr nahe ist, deshalb überwand ich mich und griff nach ihrer Hand,

hätte ich gewusste, dass sie sich mir dann gleich um den Hals wirft, hätte ich das wohl eher nicht gemacht.
„Ich habe Angst. Was glaubst du werden sie mit uns machen?“ Fragte sie schlurzend.
„Keine Ahnung, aber keine Sorge, ich werde dafür sorgen, dass dir nichts passiert.“ Antwortete ich, auch wenn ich genau wusste, was

sie mit uns vorhatten, aber ich wollte ihr nicht noch mehr Angst einjagen, sie klammerte sich ganz fest an mich, so dass ich ihre

warmen Tränen spüren konnte.
Dann ruckte er Wagen, anscheinend waren sie stehen geblieben, dann hörte ich Schritte und wusste was ich zu tun hatte.
„Los leg dich flach auf den Boden.“ Flüsterte ich ihr zu und zog meine Waffe aus ihrem Halfter.
Plötzlich öffnete sich die Tür, dummerweise hatte ich nicht mit eingeplant, dass wir ja die ganze Zeit in der Dunkelheit gesessen

hatten und wurde nun vom hellen Licht der Sonne geblendet, was die Männer nutzten um mich zu überwältigen und mir die Waffe

abzunehmen. Sie zerrten mich raus, hatten aber glücklicherweise meine Kollegin total vergessen, denn gerade als mich mit meiner

eigenen Waffe exekutieren wollten, stürmte sie raus und stürzte sich dazwischen. Der Schuss fiel aber doch durch den Schrecken,

den sie bei den Männern verursacht hatte; die Kugel durchfuhr die Brust meiner Kollegin, löcherte meine Schulter und traf den

Schmuggler, der hinter mir stand und mich festgehalten hatte, tödlich ins Herz. Dann griff ich die Pistole aus dem Halfter der jungen

Frau und schoss dem anderen Schmuggler die Waffe aus der Hand und ins Bein damit er weder die Waffe wieder erreichen konnte

noch an eine Flucht denken konnte. Nach dem Schuss merkte ich wie meine Kollegin in meine Arme glitt, ihre Brust blutete schwer

und ich hatte Angst um ihr Leben. Sollte der Fluch meiner Familie wieder zugeschlagen haben? Nein, das durfte nicht sein, ich weinte

wie ein Schlosshund und schwor mir, nie wieder mit irgendjemandem Freundschaft zu schließen.
Mit ihr in den Armen zag ich mir meine Uniformjacke aus und legte sie als Kissen unter ihren Kopf, sie war weggetreten oder tot, ich

wusste es nicht – ich war zu benebelt von dem stechenden Schmerz in meiner Schulter und den Geschehnissen. Erstmal musste

Hilfe geholt werden, also forderte ich über das Mikro des Lasters einen Krankenwagen und den Aufklärungstrupp an, dann setzte ich

mich wieder zurück zu meiner Kollegin, die kurz darauf noch einmal zu sich kam.
„Tut mir leid, dass ich nicht auf dich gehört habe.“ Flüsterte sie mit starken Schmerzen. „Du hättest dein Versprechen sicher gehalten

… huch du weist ja um mich … also magst du mich auch … könntest du mir noch einen gefallen tun?“
„Ja alles was du möchtest.“
„Küss mich, bitte küss mich wie du jemanden küssen würdest den wirklich liebst.“
Der Wunsch verwunderte mich und ich hatte auch einige Probleme mich zu überwinden, nicht das ich es eklig fand, sie zu küssen,

nein es war sogar recht angenehm, aber da waren ja immer noch meine Berührungsängste, trotzdem ging ich ihrem letzten Wunsch

nach und küsste sie, ich küsste sie lange und intensiv bis sie den Kuss nicht mehr erwiderte. Die anderen Polizisten und Notärzte

staunten nicht schlecht, als sie ankamen hatten sie uns noch eine Weile beobachtet und kamen erst nach dem Ende des Kusses zu

uns.
Die Polizisten kümmerten sich um die Sicherstellung des Wagens und der Drogen und die Ärzte kümmerten sich um uns.
Meine Kollegin hatte überlebt, kein Organ wurde verletzt, sie hatte nur sehr viel Blut verloren um sicher zu gehen musste sie aber

noch länger im Krankenhaus bleiben, ich besuchte sie als sie schlief, brachte ihr Blumen und einen Brief, dass ich ihr in Zukunft aus

dem Wege gehen würde.
Das war das letzte Mal, dass ich mich (als ich noch lebte) jemandem anvertraut hatte.

  Engel des Hasses  Engel des Hasses
Der Engel des Hasses

Sein Gesicht ist voll Wut,
Sein Gefühl tot,
Sein Gewand ist Rot,
und voll von Blut.

Seine Hände sind geballt zur Faust,
und sein Haar vom Wüten zerzaust,
ein kräftiger Schritt führt ihn fort,
er bleibt nie an einem Ort.

Die Wut, die treibt ihn vorran,
er mag niemanden und lässt keinen an sich heran,
er versteht es in den Menschen das zu wecken,
was sie sonst versuchen zu verstecken.

Ist er bei den Menschen und flüstert ihnen etwas ins Ohr hinein,
so sind die Menschen in seiner Umgebung schnell allein,
verlassen von ihren einstigen Kameraden,
und es fällt ihm zu schwer sich mit ihnen zu vertragen

Seine Augen sind nie Nass,
und Trauer hat er nie gespührt,
nicht ein Mord hat ihn je berührt,
denn er ist der Engel des Hass.