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Gewalten Schule

Parabeln aus der vierten Prüfung.


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 Sylmeria Gewalten Schule
Gedanken an einem verlorenen Herbsttag

Eine warme Brise, viele bunte Blätter rieseln wie Schnee hinab von den Bäumen. Es war meine Zeit. Der Herbst. In vollen Zügen. Immer wenn ich hier sitze - tief im Wald auf meinem Stein - mitten auf der Wiese einer riesigen Lichtung, denke ich an früher. Früher als alles noch gut war, früher... als du bei mir warst. Es wird eisig, der Blick senkt sich nach unten. Ich empfinde immernoch starke Schuldgefühle. Gedanken melden sich wieder, einzelne Bilder erscheinen, die mir Tränen rauben. Ich erkenne dich auf einem Bild, du lächelst, hälst ein Schwert in der Hand, du hast gerade die Prüfung zum Erzengel geschafft. Auf einem anderen Bild stehen wir an ebend dieser Lichtung, du schwörst mich ewig zu beschützen, mich, einen Menschen. Wir lernten uns hier kennen und trafen uns sehr oft, nur um uns zu unterhalten... doch irgendwann, da war mehr. Da waren keine Worte, da waren keine Blicke, da waren nurnoch du und ich, Wärme, Vertrauen, Gefühle. Ebend diese, die du nicht hättest fühlen dürfen. Eines Tages wussten es die Anderen, kamen, um dich zu verurteilen und ich... ich stellte mich vor dir, wollte dich beschützen, wollte dich bei mir haben. Doch sie nahmen dich mit, zu sich, in den Himmel. Verurteilten dich, stutzten dir die Flügel, raubten dir das Licht. Du flüchtest... zu mir, doch ich konnte deinen Anblick nicht ertragen, dein Licht war erloschen, der Glanz verblasst, die Wärme verschwunden, sodass ich deine Nähe ablehnte. Alles was ich am nächsten Tag fand, war dein Brief... und die Feder. Bis heute fehlt mir die Kraft ihn zu öffnen, ich halte ihn fest in der Hand, in der Hoffnung mich nicht selbst zu verlieren. Allerdings... seit jenem Tag als du verschwunden bist, habe ich das Gefühl alles verloren zu haben.... Mein Gedankenkarrussell dreht sich weiter, ohne Aussicht auf Auslauf. Mein Blick erhebt sich in den Himmel, die Wolken ziehen, doch die Zeit... sie bleibt stehen. Bis... du wieder bei mir bist, bis wir wieder vereint sind. Bis auf die Ewigkeit, die ich bis zur Halbzeit aushalten werde, um dich wiederzusehen. Meine Hoffnung krampfen sich in das Pergament in meinen Händen.

 Xenia Xarifa Curya II Gewalten Schule
\\\"Ich möchte eine Geschichte hören, Xenia\\\", sagt der Junge zu mir, er ist krank und ich sitze an seinem Bett und halte seine Hand. Ich lächle und beginne zu erzählen:

\\\"Vor langer Zeit lebte einmal ein Bruder mit seiner Schwester. Die beiden verstanden sich prächtig. Oft spielten sie zusammen, gingen miteinander in die Natur oder saßen in einer Sternennacht im Freien, um gemeinsam in den Himmel zu sehen. Egal was, wichtig war für sie das \\\"Gemeinsam\\\". Obwohl sie nur Geschwister waren, waren die beiden fast wie Liebende zueinander. Die Zeiten allein waren für sie schöner, als in der Gruppe und manchmal küsste die Schwester den Bruder zärtlich auf die Wange, dann lächelte der Bruder erwiderte den Kuss. Schwester und Bruder schworen, sich nie voneinander zu trennen, beide nahmen sich vor, den anderen zu überleben, damit der andere nicht traurig war.
Doch einmal kam es, dass die Schwester schwer krank wurde. Den Bruder machte das sehr traurig und auch die Schwester litt seelisch unter ihrer Krankheit, weil sie wusste, sie würde bald sterben und nicht vor ihrem Bruder in den Himmel aufsteigen wollte. Der Bruder saß tagelang, wochenlang, monatelang am Bett seiner Schwester, er hielt ihre Hand, streichelte sie und weinte mit ihr, weil Zweisamkeit etwas Schönes für die beiden war.
Lange Zeit verging so, die Schwester hatte immer mehr mit ihrer Krankheit zu kämpfen, bald würde sie sterben, das wusste sie. Weil die Schwester Angst davor hatte, dass ihr Bruder ihren Tod miterleben würde, bat sie ihn, ein Heilmittel zu suchen. Sie war sich sicher, dass es keines gab, aber sie wollte ihn unter allen Umständen dazubringen, von ihrem Bett aufzustehen. Der Bruder lächelte und machte sich auf den Weg.
Er suchte lange, doch der Bruder fand kein Heilmittel. Inzwischen hatte er ein neues Hobby, das Schreiben entdeckt. Er war an einem Roman beschäftigt, über die Liebe und das Verlieren. Während er schrieb, dachte er immerzu an seine geliebte Schwester und der Roman wurde immer mehr zu einer Allegorie, der Bruder kam sich vor, als würde er einen Roman über sich und seine Schwester schreiben. Nachdem der Roman beendet war, hielt er es nicht mehr ohne seine Schwester aus. Er beschloss, zurückzukehren, in der Hoffnung, sie würde noch leben.
Er war glücklich, als er ihren Atem wahrnahm. Er setzte sich an ihr Bett und legte ihr das Manuskript seines Buches in die Hände. Die Schwester lächelte schwach: \\\"Bis jetzt hatte ich zu keiner Zeit daran geglaubt, dass du ein Heilmittel für mich finden würdest...\\\" Und der Tod schloss langsam und behutsam ihre Augen.\"

\\\"Eine traurige Geschichte\\\", sagt der Junge leise. \\\"Sie ist für dich\\\", antworte ich ihm. \\\"Aber ich verstehe sie nicht ganz...\\\", sagt der Junge. \\\"Er hat die Hoffnung nicht aufgegeben und seiner Schwester bis ans Ende ihrer Tage Liebe geschenkt\\\", antworte ich und wünsche mir für mich, so wie der Bruder zu handeln, wenn es mit meinem Freund soweit ist...

 Shika Gewalten Schule
Es war einmal ein kleiner Fisch, der die ganze Zeit nach oben sah. Er wünschte sich nichts anderes, als dort oben zu Leben, diese Luft zu atmen und über die Erde laufen zu können.
Die anderen Fische schüttelten nur mit dem Kopf und gaben die Hoffnung auf, dass er diese Flausen aus den Kopf bekam. Zu lange schon, hüpfte er immer wieder nach draußen und versuchte zu atmen, was ihm bisher jedoch nie gelang.
Von draußen beobachtete ihn eine Möwe. \"Wie lecker dieser Fisch wohl schmecken würde?\", fragte sie sich und leckte schon ihren Schnabel. Wie konnte sie nur an diesen Leckerbissen herankommen? Sie brauchte nicht lange für einen Plan und begab sich auf einen Felsen, der nahe genug an den Fisch heran kam.
Der kleine Fisch hüpfte wieder nach oben und bemerkte die Gefahr nicht, die immer näher kam. \"Seht her, ich kann atmen!\", schrie er und sprang aus dem Wasser. Doch auch dieses Mal gelang es ihm nicht. Er konnte wieder nicht atmen und so würde er wohl nie an Land kommen.
\"Hallo, Fisch!\", sprach die Möwe. Der kleine Fisch kam näher an den Felsen und begrüßte die Möwe ebenfalls. \"Komm doch nach oben, hier draußen ist es doch viel schöner.\", sagte die Möwe und zeigte auf einen leeren Platz neben sich. \"Das würde ich zu gern, aber ich kann die Luft nicht atmen.\", antwortete er und sah traurig auf den Platz neben der Möwe. \"Aber, aber, sei nicht traurig, ich bin eine Zaubermöwe! Ich werde die helfen, möchtest du das?\" Für die Antwort brauchte der kleine Fisch nicht lange und schon ließ er sich auf das Spiel ein. \"Ich werde nun einen Zauberspruch sprechen, du wirst dannach Anlauf nehmen und auf den Felsen hier springen. Dann wirst du atmen können und ich bringe dich ans Land.\" Der kleine Fisch bekam große Augen und nickte schnell. \"Abra, Kadabra, Simsala, du Fisch wirst ab jetzt auf den Land leben können. Babim!\" Die Möwe machte noch einen Flügelschlag, dann gab sie ihm das Zeichen nach oben zu springen. Der Fisch nahm Anlauf und schwamm schnell nach oben, er sprang auf den Felsen und lag schon bald neben der Möwe, die nun lachte. \"Du dummer Fisch. Ach, du dummer Fisch!\", lachte sie weiter. Sie öffnete den Schnabel und wollte ihn nun endlich essen, als auf einmal Shika auftauchte und den Fisch ins Wasser warf. Dieser atmete schnell durch, hustete jedoch noch, da ihm die Luft so lange fehlte.
Shika vertrieb die Möwe und tauchte ab zu den Fisch. \"Du dummer Fisch, was tust du nur. Wie kommst du nur auf die Idee, dass ein Fisch an Land leben kann?\" Sie schüttelte den Kopf und nahm den Fisch zu sich. Shika zog ihn mit nach unten und schon bald waren sie bei ihm zu Hause. Beide sahen nach drinnen und der kleine Fisch konnte nicht fassen, was er da sah. \"Verstehst du es jetzt?\"
Der kleine Fisch betrachtete seine Frau, die gerade ihre ersten Kinder zur Welt gebracht hatte. So etwas wunderschönes hatte er noch nie gesehen. Und er verstand, was Shika ihm da zeigen wollte. So schnell sie jedoch gekommen war, so schnell verschwand sie auch und bald war der Fisch wieder alleine, diesmal jedoch auf dem richtigen Weg... nach Hause!

Die Moral für den kleinen Fisch hier ist, dass wir für manche Dinge einfach nciht bestimmt sind. Der Fisch wird niemals an Land leben, so wie der Mensch niemals im Wasser leben kann. Dafür wurde er bestimmt Vater zu werden und diesen Job wird er nun mit vollem Herzen erledigen.

 Sirena Gewalten Schule
Nun war es endlich so weit. Die nächste Ölbohrplattform sollte errichtet werden. Für einen
jungen Geschäftsmann war das das Ziel, das er schon lange erreichen wollte. Er würde Besitzer davon werden. Endlich würde er das große Geld machen. Die Kritiker dieses Projektes ignorierte er. Lächerlich deren Bedenken, deren Umweltsorgen. Selbst die benötigen das Öl, und irgendwoher muss es ja schließlich kommen. Selber schuld, wer nicht in das Geschäft mit einsteigt. Und tatsächlich die Ölbohrplattform lief gut und brachte eine Menge Geld ein. Und so wurde die Summe auf dem Bankkonto des Geschäftsmannes immer mehr und mehr und schwoll weiter an. Allerdings wurde dieser, umso reicher er wurde, auch immer geiziger und sparte wo es nur ging. Natürlich nicht bei sich selbst, sondern bei allem anderen. So nahm er nur das billigste Material für Reparaturen an der Insel und steckte auch nicht gerade viel Geld in die Sanierung. Er selbst allerdings verkehrte in den Prominentenkreisen des Landes und schmiss teure Partys mit unnötigem Luxus. Dass er mittlerweile völlig verblendet war vor Gier, merkte er nicht einmal. Bis zu dem Tag, an dem er schließlich die Rechnung für all das bekam. Zuerst sah es nach einem gar nicht allzu großem Problem aus: Ein Leck tat sich in einer Leitung unterhalb der Ölbohrinsel auf, aus dem Öl trat. Das Material war dem Bedingungen im Meer nicht gewachsen. Hätte der Geschäftsmann hier nicht mit dem Geld gespart und das richtige Material verwendet, wäre es nie soweit gekommen. Zuerst versuchte man das Leck zu reparieren, allerdings bemerkte man dabei, dass es noch weitere kleine Löcher gab, die man ebenfalls schließen musste. Noch während die Experten sich über die Lösung des Problems berieten, gab das Material nach und alle Leitungen waren zerstört. Dank vieler Experten konnte zwar verhindert werden, dass weiterhin Öl in das Meer trat, allerdings gab es viele Klagen gegen die Geschäftsleitung der Ölbohrinsel. Und so verlor der Geschäftsmann, der einst so viel Reichtum besaß, seinen kompletten Besitz, und noch schlimmer, es häufte sich sogar ein Berg von Schulden an. Von nun an lebte er in Armut.

 Merve Gewalten Schule
Kreuzritter, Ritter der Sünde

Eines der schönsten Ereignisse auf Erden in Zusammenhang mit meiner schwarzen Sonne ist wohl die Geschichte, welche mir Shiina berichtet hat. Von der Nonne, welche an ihrem Weg zweifelte und durch meine Sonne zurück fand. Ich selbst habe davon nicht viel mitbekommen, denn ich kümmere mich meist nur um mein Kunstwerk. Doch ich freue mich, wenn mir jemand berichtet, dass ich etwas bewirkt habe. Von einer Geschichte allerdings kann ich euch berichten, die ich selbst mitbekommen habe.

-\"Es war der Moment, da Gott sprach und die Menschen zu schweigen hatten\", schrieb Adalbert Stifter nach der Beobachtung einer totalen Sonnenfinsternis. Keine Frage, die plötzliche Dunkelheit mitten am Tag ein einschneidendes Erlebnis. Die Vögel hören auf zu zwitschern, die Grillen auf, zu zirpen, alle Tiere verstummen, der Himmel verfärbt sich in gespenstischen Farben und ein kalter Wind kommt auf.-

[Zitate aus: http://www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/90209/index.html]

Ich wusste um die große Faszination die eine Sonnenfinsternis auf die Menschen auswirkte. Doch nie hätte ich geglaubt, dass ich damit Leben retten könnte. Die Geschichte, die ich euch erzähle spielt im Mittelalter, genauer zur Zeit der Kreuzzüge. Eine Zeit in der sehr viel „im Namen Gottes“ getan wurde.

Ann war eine einfache Bauerntochter, sie hatte den elterlichen Hof noch nie verlassen und scherte sich eigentlich nicht um das Geschehen von außerhalb. Doch dies sollte sich bald ändern. Wie jeden Tag ging sie schon früh am Tage hinaus um ihre Kuh zu füttern. Betti, wie Ann sie liebevoll nannte war ihre beste Freundin und das wertvollste was ihre Familie besaß. Gerade als sie fertig war und die Stalltür hinter sich schloss hörte sie das Traben von Pferden. Verwirrt blickte sie sich um. Pferde gab es in der näheren Umgebung nicht und eigentlich auch keine weitergehend reicheren Menschen, welche sich eines leiten könnten. Vor Ann hatte eine Garde Kreuzritter gehalten. Sie wirkten prachtvoll. In weißen Gewändern mit roten Kreuzen. Stabilen Rüstungen, stark bewaffnet und majestätischen braunen Pferden. Der letzte Reiter trug die Fahne des christlichen Ritterordens zum heiligen Gabriel. Ann war wie gelähmt.

„Hey da, Weib. So stehe nicht herum. Willst du uns nicht willkommen heißen!“, rief ihr einer der Ritter entgegen.

Ann trat einen Schritt vor und machte einen Knicks, wenn auch eher etwas unbeholfen.
„Verzeiht Sir. Ich war nur überrascht solche edle Herren, wie euch hier empfangen zu dürfen.“

Die Ritter schwangen sich von ihren Pferden und gingen in Richtung Haus. Ann wusste, dass sie sich um die Pferde zu kümmern hatte. Menschen von höherem Rang mussten solche Befehle nicht aussprechen, sie waren einfach auszuführen. Als sie in Haus kam hatten es sich die Ritter schon reichlich bequem gemacht. Ihr Mutter rannte hektisch hin und her um das Essen zusammen zu tragen, während ihr Vater den Herren etwas zu Trinken anbot. Vorsichtig trat sie durch das Zimmer und begann ihrer Mutter zu helfen. Die Ritter benahmen sie wie Schweine, sie verwüsteten alles und aßen die Vorräte für den gesamten Winter auf. Völlig betrunken fielen sie irgendwann zum Schlafen um. Ann half ihrer Mutter aufzuräumen. Gerade als sie fertig waren und ihre Mutter ihr einen gute Nacht Kuss auf die Stirn geben wollte wurde sie am Arm gepackt. Es war einer der Kreuzritter.

„Ich will meinen Spaß, also komm her meine Hübsche!“, lallte er und zog Ann’s Mutter in Richtung Bett. Ann wolle etwas sagen, doch ihre Mutter bedeutete ihr, sich zurück zu ziehen und dass es ok sei. Ann hatte von der Brutalität der Kreuzritter gehört, doch sie konnte das nicht ertragen. Sie rannte hinaus und in die Scheune. Heulend brach sie zusammen. Kurz bevor sie im Schlaf versank schickte sie ein Gebet hinaus. ~Gott, oh Herr im Himmel. Oh Vater unser, warum hast du uns vergessen? Was hat die Menschheit getan, dass du sie so im Stich lässt. Das du solche Männer in deinem Namen handeln lässt?~

Dieses Gebet hallte durch den Himmel. Solch ein starkes Gefühl, das ging nicht nur an die zuständigen Abteilungen, es verfolgte uns alle. Wir waren betrübt, denn wir konnten das Treiben auf Erden nicht aufhalten. Wir konnten versuchen die Menschen zu leiten, doch mehr leider nicht. Ich hatte Ann schon einige Tage beobachtet, sie war immer so ein fröhliches Mädchen. Ich mochte ihre Art. So gerne wollte ich ihr helfen, doch ich wusste nicht wie. Mir liefen die Tränen über die Wange.

Am nächsten Morgen wachte Ann sehr früh auf. Sie trottete ins Haus zurück. Ihre Mutter deckte schon den Frühstückstisch. Ann traute sich nicht ihrer Mutter in die Augen zu sehen. Stumm half sie. Als die Ritter erwachten setzten sie sich sogleich und erwarteten das Essen. Doch was sie sahen gefiel ihnen anscheinend nicht. Sie fingen an zu pöbeln, wo denn das richtige Essen sei. Denn es gab nur Brot und ein wenig Butter.

„Mit Verlaub meine Herren. Sie haben gestern unsere gesamten Vorräte verschlungen. Dies ist alles, was wir anbieten können!“, entfiel es Ann in einem schroffen Ton.

Der Ritter, welcher sich gestern an ihrer Mutter vergangen hatte fing an zu Grinsen.
„Soso, euer letztes Essen. Na das tut uns schrecklich leid!“, sagte er höhnisch, während er aufstand.
„Doch mein Kind, ich hab dich gestern aus einem Stall kommen sehen! Wollen wir doch mal schauen, was wir dort noch so finde!“ Mit strammen Schritten verließ er das Haus Richtung Stall, seine Mitstreiter folgten ihm.

Ann und ihre Mutter folgten, doch sie waren wesentlich langsamer als die Herren Ritter.
Im Stall angekommen bot sich ein Bild des Schreckens. Einer der Ritter hatte ihren Vater im Griff mit dem Schwert an der Kehle, während ein anderer begann ein Beil zu schleife.
„Eure Kuh ist sehr fett, davon werden wir sicher satt!“, lachte der Ritter und zerrte das Tier nach draußen.

„Nein!“, Ann war voller Verzweiflung.

„Habe dich nicht so mein Kind. Wir tun dies alles im Namen von Gott. Unser aller Vater.“, wieder lachte er, „Du wirst doch wohl deinem Vater nicht wiedersprechen! Außerdem…“
Er deutete auf Ann’s Vater, der immer noch das Schwert an der Kehle hatte.

Ann wusste nicht was sie tun sollte. Mir platzen sämtliche Wutrezeptoren. Diese Menschen waren so dumm! Es musste einen Weg geben sie aufzuhalten! Voller Wut starrte ich auf die Erde. Bis ich plötzlich aus meinen Gedanken gerissen wurde. Es war Helios, der mich darauf hinweisen wollte, dass ich mich nicht den Menschen zuwenden solle. Ihnen wäre gerade eh nicht zu helfen, vor allem nicht in dieser Zeit. Doch ich solle mich um meine Aufgabe kümmern, denn diese würde für die Ewigkeit sein…. Meine Aufgabe… natürlich, daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Voller Freude sagte ich, dass ich mich sofort an die Arbeit machen würde und mit sofort meinte ich sofort.

Auf den Weg zu den Umlaufbahnen versuchte ich Kontakt mit Ann aufzunehmen. Es kostete mich Kraft, doch es gelang. „Ann hör mir jetzt gut zu! Ich weiß du hast das Vertrauen in Gott verloren und fühlst dich allein. Doch ich bin bei dir. Ich werde dir helfen! Ann, wenn du mich verstehst, dann reicht es wenn du daran denkst!“ Ann dachte im ersten Moment sie sei verrückt, doch auch dies war ein Zeichen, dass ich zu ihr durch gedrungen war. „Hör zu meine kleine! Diese Männer, sie handeln nicht im Namen Gottes! Sie sind Sünder, sehr schlimme Sünder! Schreie sie an! Sage ihnen sie sollen aufhören, sonst würdest du den Zorn Gottes auf sie Richten!“

Ann stand wie angewurzelt da, sie wusste nicht, was sie dort gerade vernommen hatte. Doch sie musste auf ein Wunder vertrauen, denn etwas anderes blieb ihr nicht. So atmete sie tief durch und trat einen Schritt nach vorne. Der Ritter mit dem Beil hielt inne.

„Hört sofort auf!“, sie atmete noch einmal tief durch, „Ihr schimpft euch Männer Gottes. Ihr solltet euch sehen, ihr seid Monster!“
Rund um Ann brach Gelächter aus.
„Der Zorn Gottes soll über euch brechen!“, schrie Ann mit letzter Kraft. Das war mein Stichwort. Ich schob meine Sonne in die Richtige Position. Die Sonnenfinsternis sollte eigentlich erst in einer Stunde erscheinen, doch ich brauchte sie jetzt, Ann brauchte sie jetzt.

Die Ritter ließen alles fallen. Ann war verblüfft, doch sie ergriff ihre Chance. Sie rannte zu ihrem Vater und half ihm auf. „Seht ihr! Der Zorn Gottes wird euch strafen!“, schrie sie. Voller Panik ergriffen die Ritter die Flucht. Ann und ihre Familie sahen ihnen nach und drehten sich dann zur Sonne. Dieses Mal hielt sie nicht so lange, wie sie eigentlich sollte. Es hatte mich viel Kraft gekostet mit Ann Kontakt aufzunehmen und dann noch die Sonnenfinsternis früher als geplant zu zaubern. Doch ich hatte es geschafft, ich hatte Ann’s Familie vor einer weiteren Tragödie bewahren können. Ann bedankte sich bei Gott und der unbekannten Stimme. Es dauerte eine Weile, doch irgendwie fand die Familie wieder zurück in den Alltag.

Die Religion ist eine mächtige Sache. Es gibt viele Institutionen, welche versuchen die wahre Religion zu lehren. Doch was ist die wahre Religion? Und wie ist sie umzusetzen? Gibt Gott den Menschen wirklich Zeichen? Wie werden sie gedeutet. Seid gewarnt, dass nicht jeder kleine Windhauch ein Zeichen Gottes ist. Missbraucht nie den Glauben der Menschheit für Missetaten, doch ab und an, nutzt das unerklärliche um gutes zu tun!

 Losaria Gewalten Schule
-Es ist, was du daraus machst-

Nauralass war eines von den Kindern, die es nicht leicht hatten. Kurz nach ihrer Geburt starb ihre Mutter an Krebs und als sie etwa 8 war starb ihr Vater in einem Krieg. Da die staatliche Organisation in ihrem Land nicht besonders gut war kam sie nicht in ein Heim, sondern verbrachte ihr Leben größtenteils auf der Straße. Sie musste schon früh lernen, dass das Leben kein Wunschkonzert ist. Anfang spielte sie Tag für Tag in einem Park und genoss ihre kindliche Naivität. Sie hatte noch ein wenig essen von zu hause, doch die hielt nicht lange. Und so lernte sie schon früh, wie man unauffällig ohne Geld einkauft. Sie wusste es ja nicht besser. Nach und nach gewöhnte sie sich an dieses Leben. Doch zufrieden war sie nie. Mit etwa 14 kam die erste größere Straftat in Form einer Körperverletzung gegenüber eines Marktstandbesitzers, der sie beim klauen erwischt hatte. Der Mann erlitt eine Gehirnerschütterung und da in der Hektik keine brauchbaren Zeugenaussagen zustande kamen, konnte ihr diese Tat nicht angerechnet werden. Ihr Leben ging immer nur gerade so voran, doch meist bergab. Und dieses Leben endete nun schon im zarten alter von 18 Jahren.
Und um mich endlich mal in diese Story mit rein zubringen. Meine Aufgabe war es nun, Nauralass nach ihrem Tot zu begleiten. Außerdem musste ich ihr die Mitteilung überbringen, dass sie für die Hölle eingeschrieben war. Ich konnte mir denken, dass sie nicht begeistert sein würde. „Wie jetzt? Ich musste mein ganzen Leben leiden. Ich hatte nie eine Chance! Und nun soll ich auch noch in der Hölle schmoren? Nein das ist wohl nicht dein Ernst!?“, schrie sie mich regelrecht an. „Ja also, so ist das nun wieder auch nicht. Und die Hölle ist auch nicht so schlimm.“, startete ich einen Erklärungsversuch. Allerdings unterbrach Nauralass mich sofort wieder: „Ne, so läuft das nicht. Ich denke nach dem Tot soll es besser werden�“ Und während sie mir immer neue Argumente und Schimpfwörter entgegenprasseln ließ, brachte ich sie auf direktem Weg zu den Pforten der Hölle. Sie schwebte neben mir in einem aus Energie geformten Schutzschild. Ich bracht sie sanft zu Landung. Genau in dem Moment verstummte sie. Die Pforten schienen ihr Angst zu machen. „Keine Argumente mehr?“, fragte ich vorsichtig? „Muss ich wirklich, gibt es gar keinen Ausweg?“, entgegnete sie mir. „Da du nun scheinbar eher wortkarg bist, dann höre mir einfach mal zu! Ob Himmel oder Hölle ist egal. Es geht darum, wie du es siehst. Du hast in deinem Leben viel falsch gemacht, vielleicht auch weil du es nicht besser wusstest. Aber auch so, waren es Fehler und wegen diesen Fehlern wurde die Hölle für dich ausgesucht. Doch ich finde Angst ist hier nicht angebracht. Die Hölle mag alleine schon komisch sein und durch diese zwielichtige Art auch gefährlich scheinen. Doch der Himmel ist genauso zwielichtig. Es gibt Streit wie auf der Erde. Es gibt viele Regel an die man sich halten muss und in der Hölle ist das nicht anders. Also wenn man es genau betrachtet, dann sind Himmel und Hölle genau wie die Erde, bloß, dass es eben eine andere Umgebung ist.“ Ich nahm sie an die Hand und führte sie durch die Pforten. Die dunklen Höhlengänge der Hölle sahen nicht gerade einladend aus, doch man musste nur wissen, wo man suchen musste, dann war alles halb so schlimm. Also brachte ich sie zu meinem Stiefbruder. Marcel war hier unten geboren und kannte jeden Winkel. Ich bat ihn, ein Auge auf Nauralass zu haben. So dass sie die Richtigen Dämonen als Freunde bekam und nicht wie zu ihrem Erdenleben auf die schiefe Bahn geriet. So ließ ich das Mädchen in der Hölle zurück. Und was soll ich euch sagen, heute, etwa 4 Monate später, möchte sie dort gar nicht mehr raus. Auch wenn sie als einfache Tote nichts zu sagen hat und nichts bewegen kann. Sie hat begriffen, dass der Ort, wo du lebst und die Situation immer das ist, was du daraus machst. Und dass egal wie verschieden etwas scheint. Es doch immer Gemeinsamkeiten gibt.

 VanaVanille Gewalten Schule
Es lebten einst zwei Brüder, die sich immer wohlgesonnen waren. Nie waren sie reich gewesen, aber ihre Freundschaft reichte beiden aus um glücklich zu sein. Eines Tages hörten sie an den Stadtmauern von einem Wettstreit, der in einigen Tagen stattfinden sollte. Es ging dabei um Geschichten, die man selbst verfassen und vortragen sollte. Der, mit der überzeugendsten Geschichte und Stimme würde tausend Goldmünzen gewinnen. Die beiden Brüder konnten ihren Ohren nicht trauen, solch ein Vermögen war ihnen bisher noch nicht einmal in ihren kühnsten Träumen erschienen.
Der jüngere der zwei Brüder war hellauf begeistert. Er war schon immer sehr poetisch gewesen und wollte sofort nach Hause um seine Geschichte zu schreiben. Ihm fiel es nicht schwer. Der ältere der beiden Brüder allerdings, war noch nie ein guter Dichter gewesen und hatte sich stets eher mit Handwerk begnügt, als mit Worten. Doch sein Geiz war zu groß und so heckte er einen Plan aus. Er wollte die Geschichte seines Bruder stehlen und somit gewinnen, denn er wusste über dessen Künste bescheid.
Der Tag des Wettstreits stand bevor und als sich der jüngere Bruder Schlafen legte, seine Geschichte schon in der Tasche, die er Stunde um Stunde geübt hatte vorzutragen. Sein ältere Bruder, der noch auf war, schlich sich bald darauf ins Zimmer und tauschte die Geschichte gegen ein leeres Stück Papier um.
Am nächsten Morgen ging es schon früh zum Marktplatz. Der jüngere Bruder war sehr aufgeregt, lies seinen Zettel aber in der Tasche, denn er wusste, ein paar Minuten vor seinem Auftritt sollte man nicht noch einmal Üben. Nach einigen Teilnehmern, eher schlecht als recht, kam dann sein älterer Bruder an die Reihe. Der Jüngere drückte ihm die Daumen, doch als er hörte, was sein Bruder da vorlas, verschlug es ihm die Sprache. Das konnte nicht sein! Er grub mit der Hand in seiner Tasche und fand das Stück Papier, doch es war leer.
Minuten später verbeugte sich der ältere Bruder vor seinem Publikum, welches wie wild applaudierte. Sie waren wirklich begeistert. Dann betrat sein Bruder die Bühne, aber er sah ihn nicht an. Spätestens jetzt, musste er es ja verstanden haben.
Der jüngere Bruder stand auf der Bühne und dank seines poetischen Könnens, hatte er sich schnell etwas ausdenken können. Er erzählte seine Geschichte, wie er und sein Bruder vom Wettbewerb gehört hatten, und wie schrecklich der Bruder gehandelt hatte. Seine Stimme war voller Trauer und somit überzeugte er auch die Personen, die ihm lauschten. Alles war Still bis er endete und darauf folgte ein lauter und tosender Beifall.
Der jüngere Bruder gewann den Wettstreit, aber er hatte etwas viel wichtigeres verloren.

 Meriva Gewalten Schule
Es war einmal in einem kleinen Ort im Norden des Landes. Die Menschen waren träge und taten nur das wichtigste. Ein kleiner Junge jedoch wollte unbedingt das Kämpfen lernen um sein Dorf im Falle eines Überfalles verteidigen zu können. Die Leute des Dorfes lachen ihn aus und verspotteten ihn. /Du kleiner 10-jähriger Junge, was willst du eigentlich? Wir sind in Frieden mit allen unseren Nachbardörfern und sonst haben wir auch keine Feinde. Und außerdem was solle es bringen wenn du uns verteidigst? Du kannst ja noch nicht mal einer Fliege etwas zu leide tun./ Doch der Junge war jeden Tag motiviert. Er trainierte hart, er lernte mit Pfeil und Bogen und einem Schwert um zu gehen. Er rannte viel um seine Kondition zu trainieren und er kletterte auf die höchsten Bäume um seine Arme zu trainieren. So kam es, dass die Jahre vergingen und als der Junge gerade 17 Jahre alt wurde, wurde das Dorf von einer Bande Banditen und Räuber überfallen. Die Männer versuchten sich mit Mistgabeln zu verteidigen und die Frauen und Kinder versteckten sich in den Häusern. Es sah nicht gut aus für das kleine Dorf. Die große Scheune stand bereits in Flammen. Doch da kam der Junge angeritten und er strotze vor Motivation. Er nahm sich den Anführer der Bande vor und tötete ihn zugleich. Die anderen Männer flohen und das Dorf war gerettet. Jene die den Jungen eins verspottet hatten sagten /Wären wir nur so motiviert gewesen hätten wir die letzten 7 Jahre so einiges mehr geschafft. Seht euch den Jungen an, er soll unser aller Beispiel sein./

 Kyra Gewalten Schule
Wir leben in der Zeit in der eine rasche Wachstumsrate der Bevölerung besteht. Besonders in Afrika steigt die Zehl der Bevölkerung erheblich. Jedes Jahr mehr Menschen die mehr Krach machen. Man findet kaum noch seine Privatsphäre, die man braucht. Sieht man sich zum Beispiel Städte wie Tokyo, L.A. oder New York an, so will man glauben, dass diese Städte nie schlafen. Es gibt keine Nachtruhe mehr. Und selbst in kleinen Städten oder Dörfern findet men nicht seine Ruhe, weil der anreiz eine Nacht durchzumachen und sich mit Technick zu beschäftigen einfach zu groß ist. So sitzen zum Beispiel viele Jugendliche nachst vorm Pc und hängen tagsüber die schule durch... später bekommen sie dann aufgrund schlechter noten einen schlecht bezahlten job, weswegen sie einen zweiten oder einen dritten brauchen. Sie kriegen also wieder zu wenig ruhe. Menschen brauchen aber ihre Ruhe, sonst verwelken sie, wie Blumen, die zuviel Sonnenlicht abbekommen oder nichttropische Bäume, die keinen Winter bekommen. Es muss ein Gleichgewicht zwischen Anspannung und ENtspannung geben. Doch können die Menschen wiklich selbst damit umgehen und eine Lösung finden oder brauchen sie nicht vielmehr hilfe? Jemand der zu ihnen sagt \"Stop, kleine Pause!\" und auch dafür sorgt, dass es eingehalten wird. Jemand der ihnen ein Gefühl von Ruhe vermittelt, Ruhe und das Gefühl, das nichts sie aus den Bahnen bringen kann. Was würde geschehn wenn ihnen jemand einfach die Stille geben würde die sie sich im unbewussten wünschen, die sie leise ausseufzen läasst? Was dann?

 Teddy Gewalten Schule
Damals, es waren gerade mal 12 Jahre nach meiner Wiedergeburt als Engel, lernte ich einen kleinen Jungen kennen. Er muss an die 10 Jahre gewesen sein. Er war sehr schlau und auch sehr talentiert, aber einsam. Seine Eltern waren sehr erfolgreiche Geschäftsleute und somit kaum daheim. Selbst Weihnachten und zum Geburtstag konnte er von Glück reden, wenn sie mal kamen. Für seine Eltern zählte nur Materielles. Sie glaubten sie könnten ihn mit teuren Geschenken abspeisen. Mit der Zeit zog er sich immer mehr in sich zurück, wurde kühl und Distanziert. Er brauchte niemanden. So merkte er nicht, dass er eigentlich sehr beliebt war. Sogar Klassensprecher war er und so hatte er immer viel zu tun. Er kümmerte sich um die Wohnung, um die Belange der Klasse und noch einiges mehr. Doch dies blieb nicht ohne Folge. Er verausgabte sich derart, dass er irgendwann zusammen brach und Wochenlang das Bett hütete. Aber du kannst dir sicher vorstellen, dass er sich nicht an die Bettruhe halten wollte. Immerhin gab es so viel zu tun, von dem er glaubte er müsse sie selbst machen. Er kam nicht einmal auf die Idee seine Aufgabe irgendwem anzuvertrauen. Doch in den Wochen, welche er sozusagen ans Bett gefesselt war, kamen immer mehr Klassenkameraden zu ihm nach Haus und boten ihre Hilfe an. Erst wies er alle zurück, doch mit der Zeit begriff er eins …. er war garnicht so allein wie er immer glaubte. Er hatte Freunde. Freunde die mit ihm durch dick und dünn gehen wollten und ihm immer helfen würden.

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