Fürst des Zufalls Fürst des Zufalls
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Letzter Besuch 23.03.2006 06:34 Uhr
 
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Ich bin der Engel des Zufalls, der wahre Schutzengel der Menschen. Meine Aufgabe ist es, die Menschen vor Unfällen zu bewahren und die Geschichte in die rechte Bahn zu lenken. Vermeintliche Zufälle helfen mir dabei, zum Beispiel der Wind, der die Kerze auspustet, wenn die Tischdeko anfangen würde zu brennen und ähnliches. Niemand bemerkt mich oder weiß dass es mich gibt aber die meisten Menschen verdanken mir ihr Leben.


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  Aufstiege und Zauber

Zum Erzengel befördert wurde ich, weil ich Sir Alexander Fleming dazu gebracht habe das Penicillin zu erfinden.


  Als ich zum Engel wurde...  Als ich zum Engel wurde...
Als Luca gestorben war, kam sie in ein Zimmer, in dem schon zwei Personen waren. Ein junger Mann und eine Frau. Sie nahm an, darauf zu warten, dass Gott endlich seine Entscheidung, ob sie in den Himmel oder die Hölle kommen würde fällte. So saß sie einige Stunden schweigend neben den anderen beiden. Irgendwann begann sie sich zu fragen was das hier solle. Sie würde in die Hölle kommen, das war klar. Zum ersten Mal sagte sie etwas: ·Wie lange wartet ihr schon hier drin?· Die Frau antwortete: ·Zwei Tage, drei Wochen. Wen stört´s?· ·Aber Gott kann doch nicht so lange brauchen um mich in die Hölle zu schicken. Daran gibt·s nichts zu ändern, das is beschlossene Sache.· ·Entscheiden, Kleines?·, die Frau sah sie mit sehr blau geschminkten Augen an. ·Das hier ist kein Wartesaal. Das hier IST die Hölle. Hast du nie Sartres ·Geschlossene Gesellschaft· gelesen?· Luca verstand kein Wort aber ließ es sich nicht anmerken. ·Wie heißt ihr?· ·Mein Name ist Doreen.·, antwortete die Frau theatralisch. ·Ich war Schauspielerin. Alle lieben mich.· Luca verdrehte die Augen. Das war jetzt echt zu viel. ·Luzifer.· Luca hatte ganz vergessen, dass der Mann auch noch da war. Doreen begann, ihr gesamtes Leben vor ihnen auszubreiten. Sie selbst starrte nun wie Luzifer genervt auf den Betonboden. Luzifer... ·Bist du der gefallene Engel?· Sie musste irgendetwas sagen. ·Ja.· Doreen beendete ihre Ausführungen und stellte sich beleidigt in eine Ecke des Raumes. Luzifer hob den Kopf und sah Luca mit seinen eisgrauen Augen an. Stockend begann er seine Geschichte zu erzählen: > (Lucifer wacht auf. Er steht auf, zieht sich an und geht frühstücken. Alle grüßen ihn freundlich. Er grüßt noch freundlicher zurück und lächelt sein Gilette-Werbung Lächeln. Er frühstückt, betet sein Morgengebet und beamt sich zur Erde. Seine Flügel sind hier unsichtbar und so fällt er nur auf weil er ausgesprochen gut aussieht. Jede Frau die er mit seinen braunen Augen ansieht lächelt ihn an. Im letzten Moment zieht er den Stöckelschuhabsatz eines jungen Mädchens aus dem Straßenbahngleis. Sie will ihn auf einen Kaffee einladen doch er lehnt ab, obwohl er sie sehr sympathisch findet. Sie steckt ihm einen kleinen Zettel zu. ·Ruf mich an!· Er zieht weiter durch die Stadt und rettet ein Baby in einem Kinderwagen, der beinahe auf die Straße gerollt wäre, weil sein Vater einer Frau in Minirock nachgeschaut hatte und ruft bei einem Radiosender an, um sich ·ACDC - Highway to Hell· zu wünschen. Der Song wird gespielt und ein Lastwagenfahrer auf der Autobahn wird aus dem Halbschlaf geweckt. Als er Mittagspause macht verunglücken zwei seiner Klienten bei einem Autounfall tödlich. Lucifer spricht ein Dankgebet für das gute Mittagessen und geht wieder auf Streife. Insgesamt rettet er an diesem Tag noch sieben Menschen. Abends isst er nur eine kleine Brotzeit und geht gleich darauf in die Engelbar um ein zwei Bier zu trinken. Wieder zieht er die Blicke aller weiblichen Engel im Raum auf sich aber er bleibt wieder kühl. Um zehn Uhr abends geht er schlafen nach einem Dankgebet für diesen schönen Tag. Doch der alte Trick mit den Schäfchen funktioniert an diesem Tag nicht und er liegt lange Wach. Auf einmal fragt er sich, warum sein Tag, der bisher bis auf die zwei Bier(die hatte er nur getrunken weil er am Tag darauf frei hat) ein ganz normaler gewesen war, so ausgesehen hatte wie er ausgesehen hat. Er überlegt, warum er ständig zu Gott betet, die hübschesten Frauen abblitzen lässt und warum er täglich den Leuten das Leben erleichtert. Die Menschen sollten endlich lernen ihren Kopf nicht nur zur ! > Nahrungsaufnahme zu benutzen. Engel haben auch keine Beschützer. Außer Gott. Aber was nützt einem schon ein Gott der einen beschützt, wenn man gar nicht sterben kann? Endlich schläft er ein. Doch der Gedanke bleibt. Er träumt davon, dass jeder Engel als Individuum lebt anstatt von der Gunst Gottes(von der Lucifer einen Löwenanteil erhalten hatte) abhängig zu sein. Jeder Engel leuchtet allein wie ein Stern und geht nicht wie undefinierbarer Nebel in der Menge unter. > Lucifer wacht auf. Er steht auf, zieht sich an und geht frühstücken. Alle grüßen ihn freundlich. Er murmelt zur Antwort etwas unverständliches in seinen nichtvorhandenen Bart hinein. Nach einigen Stunden, in denen er spazieren gegangen war geht er früher als sonst in die Engelbar, wo noch nicht viel los ist. Da der Traum ihn nicht loslässt erzählt er den anderen Engeln in der Bar davon. Einige schlagen erschreckt ein Kreuzzeichen und zeigen ihm einen Vogel, aber andere geben zu, sich manchmal zu wünschen frei zu sein. Die Engel die seine Idee ablehnen wechseln den Tisch. Die anderen unterhalten
sich weiter über Unabhängigkeit. Ein kleiner, dicker Engel schlägt vor, zu rebellieren, wie die Menschen, wenn sie 2· weniger im Monat verdienen. Der Großteil der anderen schließt sich ihm an und sie bestimmen Lucifer zum Anführer. > Am nächsten Morgen beamt sich Lucifer nur auf die Erde, um Flugblätter zu drucken. Der Mann im Kopierladen blickt ihn leicht verstört an, als er zufällig einen der Flyer als Vorlage bekommt. Lucifer beamt sich wieder hoch und verteilt mit den anderen die Blätter und Poster im ganzen inneren Himmelreich. Abends schnallt er sich sein wertvolles Engelschwert um und kommt pünktlich zum vereinbarten Treffpunkt. Dort warten bereits ca. fünfzig andere Engel auf ihn. Sie brechen zum Palast des Chefs auf. Auf dem Weg kommen Lucifer Zweifel ob das, was er tut das richtige sei, doch er war schon zu weit gegangen um umzukehren. Stattdessen hebt er einen Stock auf den er auf der Straße findet und zündet ihn an wie eine Fackel. In Erinnerung an seinen Traum bemerkt er, dass die Flamme leuchtet wie ein Stern. Weil es im Himmel nur sehr, sehr selten Revolten gibt, stellen sich dem Mob bis zum Dom keine Wachengel entgegen. In kurzer Zeit kommen aber alle anderen Engel zusammen, um Gott zu verteidigen. Die aufständischen Engel werden schnell überwältigt, da sie weit in der Unterzahl sind. Sie werden festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Nach einigen Wochen beginnt der Prozess vor dem höchsten Gericht und weil es ein Präzedenzfall ist zieht sich die Verhandlung über einige Jahre hin. Am Schluss werden Lucifer und seine Engel ins Exil verbannt. Lucifer sogar auf Lebenszeit, da er der Rädelsführer gewesen war.) > Luca saß da und versuchte nicht zu weinen. Sie sah Luzifer, der neben ihr saß an. Er schien tiefer zu blicken, als könne er ihre Gedanken lesen. Im nächsten Moment fand sie sich in seinen Armen wieder. Als seine Lippen die ihren berührten fühlte sie sich, als würde ihr das Herz aus dem Leib gerissen, nur positiv. Jede Berührung brannte wie Feuer auf ihrer Haut. Doreen räusperte sich. ·Ihr weicht von der Rolle ab Kinder. Die hübsche muss den Mann küssen nicht die Sarkastische!· Luca löste sich von Luzifer. Sie grinste. Das hier war keine Rolle, das war das Leben. Er zog sie wieder an sich und flüsterte. ·Was wir hier machen ist kein Spiel und keine Rolle aber es ist falsch. Wenn wir füreinander bestimmt wären, wären wir nicht zusammen hier. Aber ich bin mir sicher dich zu kennen seit die Welt besteht. Gott muss einen Fehler gemacht haben. Einer von uns ist hier falsch.· Luca war schon wieder zum heulen und fing an Luzifers Gesicht mit Küssen zu bedecken. Auf einmal spürte sie wie er ihr immer ferner rückte und undeutlich wurde. Der Raum verschwand und sie fand sich in einer wunderschönen Umgebung wieder. Sie spürte, dass sie weiter von Luzifer entfernt war als je zuvor. Ohne zu wissen wieso, war ihr klar, dass sie nun ein Engel war und nie zurückkommen würde. Schluchzend brach sie zusammen. Von diesem Tag an war es ihre Aufgabe, den Menschen zu helfen, dass solche Zufälle, wie es der zwischen ihr und Lucifer gewesen war, passierten.
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  Persönliches Statement  Persönliches Statement
Nein ich glaube nicht an Engel. Engel waren einfach die Playmates im Mittelalter. Schon allein die Vorstellung, dass lauter Frauen und Kinder um Gott rumtanzen und für ihn singen hört sich für mich wie Hugh Hefner nur etwas pädophiler an.

Ich glaube nicht an Engel aber je mehr ich über sie nachdenke, umso klarer wird mir, dass Engel wie Gedanken sind. Gedanken, die den Menschen indirekt das Leben erleichtern oder verschönern. Zum Beispiel die Hoffnung die jemand hat, dessen Lage aussichtslos erscheint. Oder die Liebe, die die Menschen zu dem macht was sie sind. Also muss es doch Engel geben, nur halt nicht in der Form wie sie allgemein beschrieben werden. Ohne diese Engel wäre die Welt der Menschen kalt und lieblos und es würden wahrscheinlich auch die meisten Selbstmord begehen. Wenn ich mir also Engel als allegorische Personen vorstelle, stelle ich mir Menschen vor, die in wunderschönen Gewändern, passend zu ihrem Aufgabengebiet gekleidet sind. Beispielsweise die Zufriedenheit in einem einfachen Kleid in einer bescheidenen, kleinen Waldhütte in der man eher eine Bettlerin erwarten würde und die Liebe, ganz in rot, die ihre Pfeile auf die Menschen abfeuert und Freundschaften und Beziehungen erschafft. Diese Allegorien würden alle an einem Ort wohnen der zu ihnen passt. Die Flora mitten in einer wunderschönen Wiese, der Hass in einer Höhle usw. Dass Engel im Himmel wohnen is Unsinn weil man auf Wolken nicht gehen kann und wohnen erst recht nicht. Und immer fliegen is auf Dauer auch zu anstrengend. Die Orte an denen die Engel wohnen stelle ich mir als Zwischenorte vor, nicht ganz Diesseits nicht ganz Jenseits. Selbst wenn es keine Engel gibt finde ich die Vorstellung schön, dass es irgendwo etwas höheres gibt als das was wir sehen können.
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