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\"Erzengel des Morgensterns!\" sagt Gott.
\"Ja, Herr?\" sage ich.
\"Wieso soll Rupert Arnold ins Fegefeuer?\"
\"Er hat einem Engel die Flügel abgeschnitten! Bei lebendigem Leibe! Es war ein armer kleiner Engel!\"
\"Ich verstehe. Fahr fort!\"
\"Es war in der Nacht, als Rupert Arnold zum 13. Dezember Erzengel werden sollte. Das Böse in ihm war schneller als wir und er schnitt kurzerhand dem Engel, der ihm helfen sollte in den Himmel zu kommen, die Flügel ab!\"
\"Wie schrecklich!\"
\"Er hat schon früher immer kleine Tiere gequält, deswegen ist er schon immer böse gewesen! Und in dieser Nacht brach es aus.\"
\"Du hast recht.\"
\"Dieser Engel verdient das Fegefeuer, er ist abgrundtief böse und der flügellose Engel muss in den Stand einer Herrschaft erhoben werden!\"
\"Wie recht du hast! SO sei es denn! Rupert Arnold, ab ins Fegefeuer mit dir!\"
So geschah es dann auch.

 
Mein Leben als Engelmacht. Tja, so viel hat sich nicht verändert. Zumindest nicht in meiner Stellung. Ich werde zwar endlich akzeptiert und angesehen, doch meine Gedanken sind weit weg von der Hierarchie. Sehr weit weg. Ich denke den ganzen Tag nur an meinen Seraph. Nur an Azanariel. Ich liebe ihn so sehr, und es zerreißt mir das Herz, dass wir so weit voneinander getrennt arbeiten müssen. Er ist so nah bei GOtt und ich bin nicht mal in der ersten Triade. In dieser Hinsicht fühle ich mich sehr schlecht und ich hoffe so sehr, dass ich mich weiterentwickle und bald bei ihm sein kann. Es ist so schwer, wenn man jemanden, den man liebt nicht ständig um sich hat. Zwar sehen wir uns einmal in der Woche, da wir zusammen wohnen und ich bei ihm einziehen durfte. Doch dieses eine Mal in der Woche reicht mir nicht, es ist so schwer, so schwer, wenn man nicht zusammen ist. Wir arbeiten beide sechs Tage am Tage und zur Nacht. Und nur am WOchenende, an unserem Sonntag, haben wir einen Tag frei, füreinander. DIesen Tag haben wir nur bekommen, weil Azanariel für treue Dienste belohnt werden sollte und er suchte sich diesen Lohn aus. Es ist nur so schwer, weil es trotz allem nur ein einziger Tag ist. Trotzdem ist dieser eine Tag stets die Erfüllung meines Lebens, dafür halte ich durch,dafür vermag ich es, die Leiden zu durchleben. Die LEiden... ich halte es wohl nicht mehr lange aus, dieser Druch, der von Luzifers Macht aus herrscht. Ich merke immer mehr, wie sehr sie an mir zerrt und obwohl ich eine Engelmacht bin, vermag ich nicht, mich gegen diese böse Macht aufzulehnen, nein, sie zieht mich sogar an. Es ist das Erbgut in mir drin, dieser frische Hass, diese unendliche Liebe, die nach einem Ausgleich schreien. Was soll ich nur tun? Ich glaube, dass Azanariel meine Sorgen und Ängste spüren kann, denn er sieht mich immer mit diesem verträumt traurigen Blick an, wenn ich nachts weinend wach liege. Dann nimmt er
mich in seinen Schein, seine Aura und seine Flügel und es geht mir gleich sehr viel besser. Doch eines tages wird Luzifers Rückschlag kommen und ich weiß nicht, ob ich meinen zweiten Elternteil auch noch verlieren will oder ob ich den EInfluss auf die mächtigsten Engel nutze und Azanariel bitte, die Seraphim zu bekehren, um auf Luzifers Seite zu kämpfen. Was sollen wir nur tun?<br><br><p align="right">von Aurora</p>

 
\"Mein Herr!\"
\"Ja, Morgenstern?\"
\"Ich habe eine Sorge vorzutragen!\"
\"Sprich, mein Kind, aber fasse dich kurz!\"
\"Es hat sich Folgendes ereignet: Prinz Gerlach von Stauffen ist eines Mordes bezcihtet worden, den er nicht begangen hat. Nun wurde dieser jener mein Schützling jeglicher Liebe beraubt, sodass ich mich nun jenem nicht mehr nähern kann.\"
\"Und dein Problem ist, Morgenstern?\"
\"Mein Problem ist, dass ich ihm helfen will und es nicht kann! Was soll ich ur tun? Soll ich ihn einfach in selbstlosem Hass zugrunde gehen lassen? Nein, das wäre nicht fair. Ich muss ihm helfen!\"
\"Wie willst d das anstellen, wenn er die Liebe von sich weist!?\"
\"Er möchte verstanden werden. Er hat diesen Mord nicht begangen und möchte entlastet werden. Sprich, oh Herr, ein gnädiges Urteil über diesen Menschen, sodass meine Liebesstrahlen ihn erreichen können!\"
\"Aber Morgenstern, dies sind die Dinge der MEnschen und nicht die deinen!\"
\"Sprich ihn frei, oh Herr. Er hat es verdient als dein treuer Diener und Christ!\"
\"Egal ob Christ oder nicht, Morgenstern, allein der Glaube zählt. So werde ich ihm diese Bürde entnehmen und du kannst wieder zu ihm wandeln und ihm deine Liebe schenken, wann immer du möchtest.\"
\"Danke, danke, lieber Gott. Ich werde mich gleich aufmachen zu dem Unschuldigen und ihm des Hasses berauben, ihm die Liebe einzuflößen, habt ewig Dank, mein Herr!\"

 
Ich trat durch die Pforten des Himmels hinaus auf die Erde. Es war ein Tag der Erzengel. Als Schutzpatronen sollten wir heute den Schützlingen der Engel Hilfe leisten, da die Engel zu einer wichtigen Versammlung mussten. Ich wurde einer gewissen Eva Rimes zugeteilt, die eine der wenigen Engelgläubigen auf der Erde war.
Sie meditierte gerade in ihrem wunderschönen Garten, als ich mich zu ihr niedersetzte.
\"Ich spüre dich, Erzengel.\" flüsterte Eva.
\"Worüber meditierst du?\", erkundigte ich mich.
\"Ich versuche die Schwingungen, böse wie gute, zu orten. Ich hatte einen schrecklichen Traum, in welchem meine Nichte von einem Teufel in die Hölle gerissen wurde. Sie hat doch nichts verbrochen!\", flüsterte sie in zitternder Stimme.
\"Wo wird es stattfinden?\", fragte ich.
\"Hier.\", antwortete sie.
Ich nickte, obwohl ich wusste, dass sie es nicht sehen konnte.
Ich umklammerte mein Schwert, mein Schwert, meine Waffe.
\"Morde nicht. Bitte.\", hörte ich Eva plötzlich sagen.
Überrascht schaute ich sie an.
\"Ich fühle deine Lust zum Töten. Lass ab davon.\", riet sie mir.
Irgendwie gekränkt entfernte ich mich und setzte mich auf die Schaukel im Garten. Schweigend verharrten wir so über drei Stunden, bis es dämmerte. Plötzlich zerriss ein gellender Schrei die Stille.
\"Es geht los.\", meinte Eva ruhig.
Ich nickte, ergriff mein Schwert und flog in die Luft hinauf. Ich konnte die Nichte Evas sehen, wie sie vor irgendetwas davonlief. Das Etwas entpuppte sich als ein niederes Teufelswesen, nicht wirklich stark, übermütig lachte ich und stürzte hinunter auf den Teufel.
Erschrocken krümmte sich der kleine Teufel. Ich packte ihn am Hals und hob ihn in die Luft.
\"Was zitterst du denn so?\", fragte ich hämisch, \"ebengerade warst du doch noch nicht so. Sag, Abschaum, was willst du von diesem Kind?\"
Der kleine DÄmon, der am ganzen Körper zitterte, stotterte: \"Lu-Luzifer v-v-verlangt eine b-b-böse Tat v-v-von mir! Ich m-muss sie in die H-Hölle bringen!\"
\"Luzifer? Wieso sollte er so etwas von einem wie dir verlangen?\", fragte ich neugierig.
\"W-weil er w-will, d-dass ich beweise, dass ich noch ein Dämon bin!\", antwortete er.
\"Von einem niederen Wesen wie dir verlangt er dies?\", erstaunte ich mich.
\"VOn jedem!\" erwiderte der.
\"Dann richte Luzifer aus, dass seine Tochter ganz und gar nicht damit einverstanden ist und dass es meiner Mutter nicht gefallen hätte, dass er so etwas sogar von niederen Teufeln verlangt. Und du wirst Zeit deines Lebens keine böse Tat mehr vollbringen, weil ich dich jetzt laufen lasse. Sie die Chance auf ein zweites Leben als Chance etwas gutes zu tun! Verschwinde!\", sagte ich und ließ ihn los. Der kleine Dämon rannte davon. Armer Teufel, dachte ich und wandte mich Eva und ihrer Nichte zu.
\"Du hast deine Waffe nicht benutzt!\", verkündete Eva erfreut.
Ich starrte auf das Schwert in meiner rechten Hand. Ich hatte es fast vergessen. Ich lächelte.
Den Rest des Tages und der Nacht erzählte mir Eva von ihrem Schutzengel und wie sehr sie ihn mochte. Ich musste an meinen Schützling denken. Es ging ihm gut. Ein anderer Engel passte, seitdem ich Erzengel geworden war, auf ihn auf. Als die Versammlung der Engel abgeschlossen war, kam der eigentliche Schutzengel Evas wieder.
\"Ich muss jetzt gehen.\", flüsterte ich leise zu Eva.
\"Vielen, vielen Dank!\", antwortete diese.
\"Nein\", sagte ich , \"ich habe zu danken!\" und flog davon.

 
Aurora=A
Mensch=M

M: Seit wann bist du ein Engel, wann hat Gott dich erschaffen?
A: Ich wurde nicht erschaffen, ich bin geboren worden von meiner Mutter, der singenden Throne und gezeugt von Luzifer, dem Teufel.
M: Bist du dann nicht böse?
A: Ich hatte lange Zeit Angst, dass ich es wäre. Aber diese Phase habe ich seitdem ich Engelfürst bin hinter mir gelassen. Ich habe jedoch eine Schwester, deren Seele durchtrieben böse ist. Sie wurde von Luzifer geschaffen, nicht von Gott und auch nicht geboren, hat also ein durch und durch böses Herz... Was definierst du als böse?
M: Ich weiß es nicht. Ich glaube, dass böse jemand ist, der nicht auf andere achtet, ihnen Leid antun will, der andere hasst und mordet.
A: Ich definiere das \"Böse\", sofern es existiert, als völlige Einsamkeit, als Ausgestoßenheit. Luzifer wurde aus dem Himmel gestoßen und wurde von Gott getrennt. Ich denke also, dass dieses Getrenntsein von etwas, das du liebst, dich zum Hass und zur Verzweiflung führt. Und dieser Hass und diese Verzweiflung sind meiner Meinung nach das Böse, auch wenn der Betroffene meist selbst am schlimmsten darunter leidet.
M: So habe ich das noch gar nicht gesehen. Luzifer scheint ja auch mal so etwas wie Gefühle gehabt zu haben, obwohl er das größte Biest ist.
A: Gefühle, oh ja, die hatte er. Er war ja schließlich ein Seraphim, ein Bringer der Liebe. Und er war der Beste unter den Seraphim. Und weil er diese Liebe nun nicht mehr empfangen hat, hat sich diese gewaltige Liebe in gewaltigen Hass gewandelt.
M: Können wir nicht etwas tun? Wir Menschen scheinen so hilflos zu sein. Wieso helft ihr Engel uns überhaupt noch? Luzifer möchte uns doch vernichten, lasst es doch einfach zu, dann wäre doch alles wieder gut!
A: Über das Schicksal der Menschen haben wir nicht zu entscheiden. Wir werden zu euch geschickt, damit ihr aufhört, so viele Fehler zu machen. Wir zeigen euch den Weg, auch wenn ihr ihn oft nicht sehen könnt.
M: Wieso bist du heute hier bei mir?
A: Weil ich der Engel des Morgensterns bin und...
M: Der Engel des Morgensterns war doch Luzifel, oder? Luzifel, der Lichtbringer!
A: Ja und ich als seine Tochter führe den Namen weiter. Ich sollte heute zu dir kommen, um dir zu zeigen, dass auch der schlimmste Mensch irgendwo seinen Hass her haben muss. Irgendwo liegt die Quelle dieser Einsamkeit, die es zu beheben gilt. Du wirst später zu vielen Menschen sprechen, du wirst sie lehren, wie man friedlich gegen den Hass demonstriert.
M: Wie soll ich kleiner Mensch etwas verändern können?
A: Vertrau dir. Dein Name, Mahatma Ghandi, wird durch die Welten gehen.
M: Durch die Welten gehen...
A: Vertrau auf dich.
M: Danke!
A: Leb wohl!
M: Leb wohl, Morgenstern!

 
Also war ich nun ein Erzengel geworden. Ich spürte jeden Tag aufs neue die Lust zum Töten in mir, nur um etwas Gutes zu tun und ich erschreckte mich vor mir selbst. Selbst im Schlaf hielt ich mein Schwert immer fest umkrallt, darauf gierend es zum Einsatz zu bringen. Wie konnte unser Vater, unser Gott, nur solche Engel geschaffen haben? Erzengel... wir waren der Spiegel seines Zorns. Und es jagte mir Angst ein, sehr sogar. Damals, bei Sodom und Gomhorra, wurden zwei Erzengel auf die Städte hinuntergeschickt, um sie zu vernichten. Meine Mutter erzählte mir viel von diesen beiden Erzengeln und wie sie immer weiter in diese Mordeslust geraten waren. Sie hatten soviel Spaß am Zerstören gefunden, dass sie anfingen, auch andere gute Engel zum Kampf aufzufordern. Meine Mutter hatte erzählt, dass sie wahnsinnig geworden waren. Ich glaube, dass sie nicht vor der Wut, sondern eher aus Angst vor der Wut verrückt geworden sind. Nachts träume ich von Flammen und erstickender Hitze, tagsüber fühle ich mich unendlich stark und überlegen, aber auch irgendwie verletzlich... Verletzlich wegen meiner Liebe zu Gewalt. Erzengel haben ein schweres Los um die stärksten des Himmels zu sein.

  Von jule  Von jule
Als Aurora noch ein Engel war, geschah etwas, dass sie in dem Ansehen der anderen Engel enorm steigen ließ. Sie war an einem schönen Wintermorgen damit beschäftigt, auf ihren fünfjährigen Schützling aufzupassen. Es war nämlich an diesem Tag sehr glatt auf den Wegen und sie passte auf, dass der Kleine unbeschadet seine Schule erreichte. Als sie also den Jungen begleitete, kam sie an einer jungen Frau vorbei, die merkwürdig blass aussah. Aurora blickte ihr nach, bis sie hinter einer Kurve verschwand. Aus einem unerfindlichen Grund war Aurora beunruhigt. Mit ihren Gedanken immer noch bei der Frau, brachte sie den kleinen Jungen sicher zur Schule. Dort beschloß sie instinktiv, nach der Frau zu sehen. Sie drehte sich entschloßen um und eilte der Frau hinterher. Als sie an der hinter der Kurve ankam, sah sie ihren Verdacht bestätigt. Die junge Frau lag kaum zehn Meter von ihr entfernt auf dem eisigen Boden. Sie war von einer Hecke verdeckt und für ein menschliches Auge daher nicht zu sehen. Aurora kniete neben ihr nieder und erkannte mit einem Blick, daß die Lage wirklich ernst war. Die Frau war schon stark unterkühlt und fast noch bleicher als der Schnee. Aurora benachrichtigte sofort einen Krankenwagen, der kurz darauf eintraf. In dieser Zeit hatte Aurora sich für die Menschen sichtbar und fühlbar gemacht, der Frau ihre Kleidung gegeben, sie mit ihrem Körper noch zusätzlich gewärmt und ihr ihren warmen Atem eingehaucht. Als sich der Krankenwagen näherte, machte Aurora sich wieder unsichtbar und gab den Sanitätern die richtigen Ideen ein. Die Sanitäter wickelten die Frau in dicke Decken und brachten sie dann ins Krankenhaus. Der Engel des Morgensterns folgte ihnen. Im Krankenhaus angekommen, hatte sich die Lage der Frau etwas verbessert, doch sie sollte noch für eine Nacht hierbleiben. Leider war sie obdachtlos und hatte keinen, der sich um sie küm
mern konnte. Also machte sich Aurora auf die Suche und fand bald eine schönes Heim, in dem die Frau einen Platz bekam. Als sie wieder ins Krankenhaus kam und dort der Frau bescheid gab wegen dem Heim, erfuhr sie durch Zufall, daß die gerettete Frau schwanger war. Somit hat der Engel des Morgensterns an diesem Tag sogar zwei Menschenlebn gerettet.